Samstag, 7. Mai 2011

7. Mein Sporadisches Tagebuch - 'Der Gotteshüttenblogger' zu Kleinenbremen

Verehrte Leserschaft,

ich möchte doch hoffen, dass meine Postings nicht nur ernsthaft, sondern auch interessant und unterhaltend geschrieben sind. Nichts ist langweiliger, als Texte, die schwer verständlich daher kommen, und dem Leser Verdruß bereiten. In diesem Sinne eine ernste aber anregende Lektüre, und wenn es mehr ist, dann umso besser. 
Dieser Post wurde verändert. Im Vordergrund steht nun nicht mehr eine Übersetzung in die englische Sprache, sondern gelegentlich gemachte Tagebuchaufzeichnungen.
Altes Schulgebäude     
Innenhof Gotteshütte










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Mein Sporadisches Tagebuch



04.10.2011  Nachdem ich meine Schwester am 30.04.2011 das erste mal in Ummeln besuchte, tat ich dies am 17.09.2011 ein zweites mal. Überraschenderweise lernte ich dabei ihre jüngste Tochter kennen, die ihr gerade jüngstes  sieben Wochen altes Kind bei sich hatte. Die Freude über so einen gelungenen Tag war riesig. 
Nach und nach kann ich mir ein besseres Bild über meine Schwester machen, die seit der Geburt ihres ersten Kindes mit schweren gesundheitlichen Störungen lebt. Da liegt noch ganz viel im Dunkeln, und ich hoffe im Laufe der Zeit lässt sich noch einiges klären.
Gegen Abend erschien außerdem noch der jetzige Betreuer meiner Schwester, so dass sich ein gemütliches Beisammensein ergab. Anschließend brachte er meine Nichte und mich zum Bielefelder Hbf, wo wir noch gut zehn Minuten zusammen sein konnten, bevor ihr Zug in Richtung Münster los fuhr.
Mehr dazu aber im entsprechenden Posting "Ein Besuch in Ummeln" , sobald sich die Gelegenheit ergibt.

Einfach niedlich, das jüngste Kind meiner Nichte

12.05.2012 Am 05.05.2012 ergab sich wieder eine Gelegenheit meine Schwester in Ummeln zu besuchen. Ich übernachtete dort und hatte ein längeres Gespräch mit dem Tagesbetreuer Herrn Wendorf. Zu meinem Bedauern brachte ich in Erfahrung, dass der amtlich bestellte Betreuer für meine Schwester, Herr Dransfeld, seinen Job abgegeben hat. Zum Glück bekam ich die Adresse der neu bestellten Betreuerin. Einen Kontakt zu ihr konnte ich bisher nicht herstellen.

Meine Schwester und ich beim ersten Besuch

Gestern hatte ich ein längeres Telefongespräch mit Herrn Lehmkuhl vom LWL (Landschaftsverband Westfale-Lippe). Es ging darum auszuloten, inwieweit meiner Schwester Hilfsleistungen aus dem Fonds Heimerziehung zugänglich gemacht werden können. Ich möge ihm alle mir verfügbaren Unterlagen zu meiner Schwester schicken, und dann, nach einer Prüfung, wird man weitersehen.


16.05.2012  Heute hatte ich die erste telefonische Kontaktaufnahme mit der neuen Betreuerin meiner Schwester. Sie macht es ehrenamtlich, ist aber gleichzeitig in Gütersloh in der öffentlichen Jugendhilfe tätig, und vermutlich fest angestellt. Dort ist ihre Aufgabe Pflegekinder in Pflegefamilien unterzubtringen.
Gestern schickte ich dem Hamburger Senator Detlev Scheele sowie der  Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder eine mail. Ich wollte wissen, warum man mich nicht für einen noch ausstehenden Empfang für ehemalige Heimkinder in das Hamburger Rathaus eingeladen hat. Ich bat darum, dieses noch nachträglich zu ermöglichen. Eine Antwort habe ich noch nicht erhalten. Viele Menschen sind wohl gedanklich schon im Wochenende, da morgen ein Feiertag ist, und der Freitag sich als Brückentag anbietet.


30.05.2012 Meine Schwester soll sich wieder im Krankenhaus befinden wurde mir gesagt, als ich am letzten Sonntag in Ummeln anrief, und ein Klient am Telefon war. Gleichzeitig soll das ganze Personal des Hauses, welches die Klienten rund um die Uhr betreut, ausgewechselt worden sein. Ich verstehe das nicht, und es kommt mir spanisch vor. Meiner Bitte mich zu informieren, wenn gravierende Fälle bezüglich meiner Schwester eintreten, wurde also nicht entsprochen. Ändern kann ich daran kaum etwas.

Seit einer Woche habe ich openPetition am laufen. Sie trägt den Titel: "Für die Gleichstellung ehemaliger Heimkinder von 1945 bis 1949." Diese Menschen werden bei der Entschädigung nicht berücksichtigt. Ich bitte alle Leser meines Blocks, vor allem aus der USA, und dem Ausland, meine Petition zu unterstützen, um ihr mehr Gewicht zu verleihen. Es ist auch möglich, anonym zu unterzeichnen.



06.06.2012  Meine Schwester wurde aus dem Krankenhaus entlassen. Dies teilte mir ein Klient (Bewohner) der Evangelischen Stiftung Ummeln am 03.06.2012 mit. Darauf hin rief ich meinen Bruder in Duisburg an, und informierte ihn.

Am 29.05.2012 nahm ich an einer Beerdigung auf dem Hamburger Friedhof Öjendorf teil. Ein ehemaliges Heimkind war im Dezember 2011 tragisch ums Leben gekommen, und wurde in einem Urnengrab beigesetzt. Es fanden sich wohl ein Dutzend Leute an, und anschließend suchten wir ein Cafe auf. Ich lernte einige Leute näher kennen, und es ergaben sich interessante Gespräche.


20.06.2012  Am Montag den 18.06.2012 um 16.00 Uhr fand im Rathaus der Hansestadt Hamburg ein Senatsempfang für ehemalige Heimkinder statt. Der Anlass als solcher war im Grunde genommen ein trauriger, dennoch empfand ich ein Stück weit Genugtung, dass die schlimme Zeit in der viele von uns aufgewachsen sind in einem angemessenen Rahmen gewürdigt wurde. Senator Scheele hielt eine Rede und bat um Verzeihung für das, was man uns als Kinder angetan hatte. 
Die Veranstaltung von fand auf Betreiben von Herrn Schönbohm statt, für die Organisation war Herr Giertzuch zuständig.
Es sind mit unterschiedlichen Varianten immer die gleichen Geschichten die ehemalige Heimkinder erlebten, und die im Grunde genommen ihrer Kindheit beraubt worden sind. Die gesetzlichen Vorgaben zur Kinder- und Jugenderziehung wurden einfach mißachtet, und wir waren rechtlos im Staat der Rechte.

Senator Scheele auf dem Weg zum Kaisersaal

An dieser Stelle eine kleine Auswahl von Bildern, die ich zum Senatsempfang und drum herum gemacht habe.


10.07.2012  Heute fiel mir ein, dass mein Vater und meine älteste Schwester (beide sind schon vor vielen Jahrzehnten verstorben) am 10.06.2012 Geburtstag hatten.

Ein großer Teil meines Lebens besteht darin zurückzuschauen, doch ehrlich gesagt, bekommt mir das nicht. Es fällt mir allerdings schwer, diesen Umstand aus der Welt zu schaffen. 


25.07.2012  Gestern erhielt ich mal einen erfreulichen Brief vom LVR (Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland). Dort existiert eine Akte zu meinem Bruder P., die man auf meinen Wunsch an das Hamburger Staatsarchiv gesendet hat. Er ist vor ca. zwanzig Jahren verstorben, so dass keine rechtliche Bedenken zur Akteneinsicht im Wege stehen. Mir wurde ein Zeitraum von mehr als zwei Monaten eingeräumt, um die Akte zu studieren. 


Staatsarchiv Hamburg-Wandsbek

Jetzt kommt es mir zu gute, dass ich vor ein paar Jahren schon einmal im Hamburger Staatsarchiv Nachforschungen zu der Familie Salomon Salomon aus Harburg betrieben habe. Eine gutbürgerliche vermögende Familie, die durch das Dritte Reich mehr oder weniger ihr Hab und Gut verlor, und wo einige nach Haifa (Israel) und New York (USA) gezwungener weise auswanderten.

An dieser Stelle ein kleiner Dank an Herrn Kahlfeld vom LVR, mit dem ich viele Mails zu meinem Bruder P. ausgetauscht habe, was letztlich zum Erfolg führte. 

08.08.2012  Gestern nachmittag suchte ich das Staatsarchiv Hamburg auf, um Einsicht in die Akte zu meinem Bruder Peter zu nehmen. Notizen wollte ich vorerst nicht machen. Im nachhinein hat mich vieles erschüttert und mich zurück in die Vergangenheit versetzt. Deswegen kann ich jetzt auch nicht wirklich über all die schlimmen Dinge schreiben, besonders in Bezug zu meinen Eltern. Nur eine handschriftliche Notiz möchte ich an dieser Stelle erwähnen. " Der Großvater (väterlicherseits) wurde wegen Alkoholsucht entmündigt, verstarb im KZ." 
Seit dem Besuch im Staatsarchiv Hamburg geht es mir nicht gut, dabei spielen auch gesundheitliche Gründe eine Rolle. Zur Zeit kämpfe ich mit einem Hautleiden, welches sich ausweitet, und an den betroffenen Stellen habe ich erhöhte Temperatur. Dem damit verbundenen Juckreiz kann ich nicht widerstehen, und so verschlimmert sich alles. Noch habe ich die Hoffnung, dass ich alles ohne einen Arztbesuch in den Griff bekomme. Es gibt auch keinen mir bekannten Arzt, bei dem ich mich gerne in Behandlung geben würde.
Es sei nur soviel gesagt: Mein Bruder P. kam im Laufe seines Lebens auf die schiefe Bahn. Die Umstände dafür sind teilweise sehr gut in der Akte analysiert, aber wirklich geholfen wurde ihm nicht. Gut möglich, das er ca. zwanzig Jahre nach Schließung seiner Akte in 1973 keines natürlichen Todes im Alter von 42 Jahren verstorben ist. Die Frage, ob ich dies jemals in Erfahrung bringen kann, bleibt offen. Gerne würde ich mich im Leben anderen Dingen zuwenden, aber ich schaffe dies nicht, ohne das Schicksal meiner Geschwister, aber auch das meinige aufzuarbeiten. Das wird mich bis ans Ende meiner Tage beschäftigen. 

Staatsarchiv Hamburg-Wandsbek

09.08.2012  Der Sommer hat seinen Höhepunkt überschritten und bisher war er sehr durchwachsen, leider. Gestern und vorgestern konnte ich von meinem Wohnzimmerfenster aus die ersten Zugvögel am Himmel in Richtung Südwest vorbei fliegen sehen. Sie flogen in Formation, und die Entfernung war zu groß, um genau zu erkennen, um welche Vögel es sich handelte.

Vermutlich werde ich Ende des Monats nach Lübeck zu einer Gerichtsverhandlung fahren. Gegenstand ist der Tod von Horst Otto, der auf tragische Weise ums Leben kam. Sein ehemaliger Nachbar, der als Zeuge geladen ist, rief mich an, und teilte mir den Termin mit.

Hier noch ein von mir von mir am 07.06.2012 verfasster Artikel zum Tod von Horst Otto.

Kein Tag wie jeder andere - Eindrücke zur Beisetzung von Horst Otto, sowie auch eigene Erinnerungen

Meine Uhr zeigte 5.45 Uhr am 29.05.2012 an. Ich schaute auf zwei andere Uhren und bemerkte, dass es schon 6.30 Uhr war. Es kostete mich Überwindung aufzustehen. Nach meinen obligatorischen drei Bechern Kaffee wie jeden Morgen, kam ich langsam auf Betriebstemperatur. Vom Wetter her schien es ein durchaus passabler Tag zu werden. Ein leichter Wind, viel Sonne und ab und zu ein paar Wolken.

Der Bedeutung des Tages angemessen holte ich ein altes Sacco aus dem Kleiderschrank, denn einen Anzug mit Schlips oder Krawatte wollte ich nun doch nicht tragen. Das Geld für die Fahrtkosten konnte ich gerade noch aufbringen, zusätzlich brachte ich noch ein paar Pfandflaschen weg, falls es nach der Trauerfeier zu einem Beisammensein kommen sollte, um etwas Geld in der Tasche zu haben. Um 9.15 Uhr verließ ich meine Wohnung. So konnte ich mit genügend Zeit versehen in aller Ruhe nach Öjendorf zum Friedhof fahren, wo man sich kurz vor 11.00 Uhr treffen wollte. Mehrmals mußte ich umsteigen - Bus, U-Bahn, Bus. Ob wohl einige Ehemalige aus Hamburg dabei sein werden, fragte ich mich zuvor.

Es war sozusagen die dritte Beerdigung in meinem Leben, an der ich teilnahm, und ich kramte in meinen Erinnerungen. So tauchte das Jahr 1974 vor meinen Augen auf. Damals im Mai erhielt ich ein Telegramm, dass mein Bruder Egon verstorben sei, versehen mit dem Termin seiner Beerdigung. Er hatte sich das Leben genommen, und sich von einer Brücke in den Rhein gestürzt. Seinen Leichnam fand man erst einige Wochen später, getrennt in zwei Teile und an verschiedenen Tagen. Wohl als Kettenreaktion darauf, nahm sich gut zwei Wochen später meine Schwester Hildegard unter tragischen Umständen das Leben. Und dann gibt es da noch einen Bekannten in meinem Umfeld, der Ende der 70ger Jahre als Täter in Erscheinung trat, und eine solche Tat begang, wie sie Horst Otto das Leben kostete. Dieser Bekannte ist bis heute noch nicht in der Lage, wahre Reue zu zeigen, und schon oft wollte ich den Kontakt abbrechen. All diese Gedanken kamen mir hoch, als ich zur Trauerfeier fuhr, freilich nicht mehr so emotional aufgewühlt, wie zur damaligen Zeit.

Kurz hinter dem Haupteingang des Öjendorfer Friedhofes sah ich einen großgewachsenen, gut gekleideten Herrn mit graumelierten Bürstenharrschnitt und gepflegtem Bart auf einer asphaltierten Freifläche stehen. Meine Vermutung, dass es sich um den Behördenvertreter vom Versorgungsamt der Stadt Hamburg handelte, bestätigte sich nicht. Es war der einstige Nachbar von Horst Otto. Wir standen eine gute Zeit alleine da, und ich erfuhr nach und nach, auch als weitere Personen hinzukamen, was für ein Mensch Horst Otto eigentlich gewesen ist, und einiges über seine Lebensumstände, aber auch dazu, dass er einst der Kassierer des VEH gewesen war. Es hatten sich wohl ein Dutzend Menschen eingefunden, aber keine weiteren Ehemaligen mit Wohnsitz in Hamburg. Als letzte kam Monika Tschapek-Güntner, frisch angereist aus Soest. Ich kannte sie sozusagen nur aus der Ferne und hatte sie zuletzt auf der Demo der ehemaligen Heimkinder in Berlin vor dem Brandenburger Tor im Jahre 2010 gesehen. Irgendwie verstanden wir uns auf Anhieb, so der mir in Erinnerung gebliebene Eindruck.

Jetzt, wo wir alle zusammen waren, gingen wir zu einem mittelgroßen Kapellenraum, voran ein Geistllicher der Ökumene, wohl Anfang vierzig, aber weder katholischen noch evangelischen Glaubens. Wir nahmen im Kapellenraum Platz und der Geistliche begab sich zur Urne, und begann mit seiner Zeremonie. Er sprach Gebete auf lateinisch und stimmte zwischendurch einen Gesang an, und segnete gestenreich mit Händen, Armen und Verbeugungen die Urne. Danach trug er sie hinaus aus der Kapelle und wir folgten ihm, zumeist schweigend auf dem Weg zum Urnenplatz. Der Geistliche murmelt weiter Gebete und stimmte abermals einen Gesang an. Hinter uns fuhr ein Elektromobil für Teilnehmer, die nicht mehr so gut zu fuß waren. Angekommen am Urnenhain, einer kleinen Wiese, umgeben von Bäumen und Sträuchern, begann der Geistliche erneut damit, die Urne zu segnen und sie feierlich der Erde zu übergeben. Eine kleine Schippe stand bereit und wer mochte, warf etwas Erde auf das Urnengrab. Anschließend wurde das Grab von einem Friedhofsangestellten vollkommen mit Erde bedeckt, und wer Blumen mitgebracht hatte, legte sie dort feierlich und würdig ab. Monika hatte mir ihr i phon gegeben, und ich machte einige Fotos zur Beisetzung.

Danach begaben wir uns gemeinsam auf den Rückweg zum Haupteingang. Es ergab sich, wohl auf Anregung des Behördenvertreters, dass wir alle zusammen ein Cafe gegenüber dem Friedhof aufsuchten, und es kam zu interessanten Gesprächen, auch und gerade den Fonds Heimerziehung betreffend. Rechts von mir saß der neue Schriftführer des VEH, links Monika, und mir gegenüber der Leiter der Anlaufstelle Hamburg, sowie Heidi D. vom VEH. Desweiteren all die anderen Teilnehmer der Bestattung; wir hatten fünf oder sechs Tische zusammen gestellt, so dass sich ein lange Tafel ergab. Hauptgesprächstoff war die Verzichtserklärung, die Schwierigkeiten der Kommunen bei der Auszahlung der Sachleistungen, das Einholen von mehreren Angeboten für die entsprechenden Sachleistungen, warum es keine Bargeldzahlungen gibt, und die Antwort des Staatssekretärs Hecken vom Bundesfamilienministerium auf die Kleine Anfrage der Grünen. Jedenfalls weiß ich seit dem, dass die Verzichtserklärung ein unverzichtbarer Bestandteil von Seiten der Kirche, sowohl evangelisch als auch katholisch war, um eine gemeinsame Vereinbarung zwischen Bund, Ländern und der Kirche herbeizuführen und den Fonds Heimerziehung auf den Weg zu bringen. Das war mir so vorher nicht bekannt gewesen. Es würde zuweit führen, auf alle angesprochenen Fragen hier einzugehen, auch habe ich nicht alles voll umfänglich verstanden, soweit es die Probleme SGB und die Kommunen betrifft.

Wohl mehr als eine Stunde hatten wir draußen auf einer Terrasse zusammengesessen, und nach und nach ging man per Handschlag auseinander. Von Monika verabschiedete ich mich ganz herzlich mit einer festen Umarmung. Zum Schluss waren nur noch Heidi D. und der ehemalige Nachbar von Horst Otto übrig geblieben. Auch von Heidi verabschiedete ich mich mit einer Umarmung, wünsc
hte ihr eine gute Heimfahrt, und wir sind nun per Du. Mit dem Nachbarn von Horst O. fuhr ich im Bus bis zur Horner Rennbahn, Zeit genug um uns noch ganz viel zu erzählen, und die Telefonnummern auszutauschen.
Eigentlich wollte ich ja nie mehr in meinem Leben zu einer Beerdigung gehen, nun war ich doch froh und erleichtert, dass ich es getan hatte. An der U-Bahn Station Wandsbek-Markt, ein schöner großer Platz mit vielen Sitzgelegenheiten, genoß ich den Sonnenschein und ließ das Erlebte noch einmal Revue passieren. 

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14.08.2012 Gesternabend gegen 20.00 Uhr suchte ich die Notfallambulanz des Bundeswehrkrankenhauses in Hamburg in der Lesserstr., Fachabteilung Dermatologie, auf. Zuvor hatte ich mich telefonisch erkundigt, ob dies möglich sei. Da ich meine Krankheit verschleppt hatte, wurde ich doch recht unfreundlich empfangen, und dieser Eindruck herrschte während der ganzen Behandlungsdauer fort. Zum Glück handelt es sich bei der festgestellten Krankheit nicht um Erysipel, sondern lediglich um Neurodermitis atopica nach ICD 10  L20.8, wenn auch im sehr fortgeschrittenen Stadium.

Man gab mir eine Salbe mit, und legte mir nahe unbedingt einen Haus- oder Hautarzt aufzusuchen, ferner erhielt ich dafür ein Begleitschreiben. Aus Sicht des behandelnden Arztes wäre ein Krankenhausaufenthalt angebracht, dies solle aber letztlich der noch aufzusuchende Hautarzt entscheiden. Heute habe ich es nicht geschafft zum Hautarzt zu gehen, bin in solchen Dingen einfach zu  zögerlich.

Zur Krankheit sei noch gesagt, dass es vielfach eine genetische und allergische Disposition gibt, welche dieselbe begünstigt. Allerdings spielen auch Umstände in der Lebensführung, wie Ess- und Trinkgewohnheiten, sowie Sauberkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Zum Thema als solchem bin ich derzeit mit meinem Bruder in Duisburg in engen Kontakt, und mir wurde seinerseits Hilfe angeboten. Eventuell will er mich besuchen kommen.


25.08.2012  Heute morgen erhielt ich eine e-mail von der Polizeiinspektion 3 in Augsburg. Zuvor hatte ich darum gebeten, in Erfahrung zu bringen, ob mein Bruder Rainer noch in Augsburg wohnt, da ich mich um ihn sorge. Mir wurde mitgeteilt, dass er seit einem halben Jahr unter seiner angegebenen Anschrift nicht mehr gesehen worden sei, und keine neuer Aufenthaltsort bekannt ist. Werde ich je noch mal etwas von ihm hören, oder werde ich eines Tages auf Nachfrage in Erfahrung bringen, dass er nicht mehr am Leben ist? Mittlerweile schon seit Jahrzehnten ist er mal hier, mal dort, und kommt nicht zur Ruhe.

Gestern suchte ich das Hamburger Staatsarchiv auf, um ein zweites mal die Akte zu meinem Bruder Peter zu "studieren". Diesmal war ich emotianal gefestigter und habe die Akte im groben nun einmal durchgelesen, ohne mir Notizen zu machen. Nun habe ich einen kleinen Überblick über die ersten zwanzig Lebensjahre von Peter. Ein Außenstehender würde vielleicht sagen: "Bei dem war Hopfen und Malz verloren." Die Wahrheit dürfte jedoch eine andere sein.
Die frühkindlichen Schädigungen, schon im Elternhaus, dürften einfach zu groß gewesen sein, als dass sie durch die Heimerziehung aufgefangen werden konnten. Ich glaube viele seiner Handlungen im Heimalltag wurden durch sein Unterbewußtsein gesteuert, und die damalige Heimerziehung hatte keine adäquaten heilpädagogische Erziehungskonzepte, wie sie heute u. U. zur Verfügung stehen. So war sein Lebensweg vorgezeichnet. Es sollte mich nicht wundern, wenn er im Jahre 1992 keines natürlichen Todes gestorben ist, lege ich das zugrunde, was ich seiner Akte vom Landesjugendamt Köln (LVR) entnommen habe.

Ebenfalls gestern rief mich mein Bruder Michael aus Duisburg an. Nun will er mich doch nicht besuchen, und irgendwie ist es mir auch recht, weil meine Wohnung und meine Lebensverhältnisse zu unaufgeräumt sind. Erfreulicherweise hat er sich aber dafür eingesetzt, dass ich eine kleine finanzielle Unterstützung für meine Nachforschungen bekomme. Dazu recht herzlichen Dank an seinen guten Freund Wolfgang, der sich dazu spontan bereit erklärte.

Meine derzeitige Krankheit Neurodermitis, die doch sehr dramatisch verlief, befindet sich auf dem Rückzug, was ich erfreulich zur Kenntnis nehme, auch wegen meiner kritischen Haltung zu Ärzten schlechthin. Ich hätte mich ohnehin nicht gerne auf zahlreiche Arztbesuche eingelassen, ganz zu schweigen von den Kosten für die notwendigen Rezepte. Es gibt aber auch weitere Gründe, die ich hier nicht detailliert anführen möchte. Ganz über den Berg bin ich aber noch nicht, und ganz schlimm sind die Nächte, wo ich permanent unter Juckreiz leide, und nicht vor Morgens zum Einschlafen komme, begleitet von ruckartigen körperlichen Bewegungen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass am letzten Abend mein Bundesligalieblingsverein BVB 09 gegen Werder Bremen mit Ach und Krach 2 : 1 gewonnen hat. Ein guter Auftakt für die neue Saison. Dortmund dürfte eine schwierige Zeit vor sich haben. Die Konkurenz schläft nicht und hat sich stark verbessert.


30.08.2012  Ebenfalls am vergangenen Samstag rief ich mal spontan bei meiner Tante Änne in Duisburg an. Darüber hat sie sich gefreut. Jetzt hat sie mehrfach Krebs und ist gesundheitlich sehr eingeschränkt mit ihren 85 Jahren. Betreut und gepflegt wird sie von ihrer Tochter Gitte. Eigentlich ist Tante Änne ein noch existierender Schlüssel zu meiner frühen Kindheit und weiß sehr viel, auch war sie meine Amme, da meine Mutter nicht genügend Milch hatte. Ich fragte sie, ob ich neuapostolisch getauft worden wäre, und was es mit der einstigen Barackensiedlung Pampashonigheim in Gladbeck auf sich gehabt hätte. Wir führten ein langes Gespräch darüber, dass es bei der neuapostolischen Kirche damals um 1950 zu einer Spaltung wegen Glaubensangelegenheiten gekommen ist; ferner erfuhr ich Details, die ihre Mutter, meine Mutter und das familiäre Umfeld betrafen. Allerdings aus meiner Sicht viel zu wenig. Tante Änne verdrängt gerne die Vergangenheit, soweit es die Nachkriegsjahre und die Folgezeit betrifft, weil sie auch Entscheidungen getroffen hat, zu denen sie heute nicht ohne weiteres stehen kann, wohl aber keine andere Möglichkeiten sah. (Zu Anfang dieser Woche schrieb ich ihr einen Brief. Vielleicht läßt sich der Kontakt intensivieren, und ich erfahre mehr zu den Wirren und Unzulänglichkeiten, was meine Kindheit betrifft.)

Am Sonntagnachmittag erhielt ich eine Nachricht vom Vorsteher der neuapostolischen Gemeinde Gladbeck. Aus allen vorhandenen Tauf- und Kirchbüchern ist nicht ersichtlich, dass ich im fraglichen Zeitraum 1949/50 in Gladbeck getauft wurde.  Nun müßte ich meine Aufmerksamkeit auf die Apostolische Gemeinde Gladbeck richten. Diese existiert allerdings nicht mehr, und ich müßte mich an die Stadt Essen wenden, wo vermutlich der Nachlass verwaltet wird.

Unter der Woche hat mir mein Bruder aus Duisburg einen kleinen Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Die Verwendung ist zweckgebunden und dient dazu, mich bei Auslagen zu meinen Nachforschungen bezüglich der eigenen Familie zu unterstützen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Außerdem bat er mich darum, bei meinem nächsten Telefonat mit Tante Änne, Grüße von ihm auszurichten, und an sie den Wunsch heranzutragen, dass er sie einmal besuchen möchte. Ich sicherte ihm zu, mich entsprechend zu verhalten.

Am Dienstagabend rief mich Herr Kock, der ehemalige Nachbar von Horst Otto an. Er war zu dem Prozessauftakt vor dem Landgericht in Lübeck geladen, und berichtete mir sehr ausführlich über den ersten Verhandlungstag, sowie weitere Details, die so in der Öffentlichkeit wohl nicht bekannt sind. Der nächste Verhandlungstermin ist für Freitag vorgesehen. Das Prozessende wird gegen Mitte September erwartet. Die Angelegenheit wird immer dubioser. An dieser Stelle ein Link aus der Tageszeitung Die Welt, wo ich die ausführlichste Berichterstattung gefunden habe.
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article108847170/Leiche-in-Kofferraum-Prozess-gegen-Callboy.html

Noch eine schreckliche Begebenheit: Sonntagabend rief mich Ralf (Ehemaliges Heimkind) an, den ich vor 35 Jahren kennenlernte, als wir unsere Ausbildung zum Bürokaufmann machten. Durch damals geführte Gespräche stellte sich heraus, dass wir beide mal im gleichen Heim in München untergebracht waren, wenn auch nicht zeitgleich. Außerdem bekam er damals in Hamburg mal Besuch aus Berlin von zwei jungen Männern, und wie der Zufall es wollte, war einer von den beiden mein Bruder Michael aus Duisburg, den ich eigentlich wegen meines Zuzugs nach Hamburg aus den Augen verloren hatte.
Ralf hattte seit zwei Jahren jemanden bei sich aufgenommen, der keine eigene Wohnung besaß. Nun hat sich der arme Kerl während der Anwesenheit von Ralf in seiner Wohnung im Schlafzimmer aufgehangen. Alle Rettungsversuche waren vergeblich, und der Mann verstarb im Krankenhaus, weil die engetretenen Schäden durch Sauerstoffmangel nicht mehr rückgängig gemacht werden konnten. Ich empfand großes Mitleid, auch für Ralf, der nun mit diesen Bildern im Kopf leben muß. Es gebietet der Respekt vor dem Opfer, hier nicht weitere Details zu diesem Vorfall zu schildern. Wie verzweifelt muß dieser Mensch gewesen sein. 
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07.09.2012  Unter der Woche habe ich mir ein Jahresabo beim HVV ( Hamburger Verkehrsverbund ) geleistet. Es handelt sich um eine Seniorenkarte, die man ab dem 63. Lebensjahr erwerben kann. Der Normalpreis im Monat beträgt z.Z. 53.00 €. Durch das Jahresabo reduziert sich der Preis auf 43.50 €. Desweiteren gibt es für sozialschwache Menschen einen Zuschuss von der Stadt Hamburg in Höhe von 18.00 € im Monat, so dass ich monatlich 25.50 € aufbringen muß. Dieses Geld muß ich natürlich an anderer Stelle einsparen. Der Vorteil für mich ist, dass ich nun die Möglichkeit habe, mehr zu unternehmen, und öfters unter Menschen komme. Die Gefahr, dass ich mich gänzlich isoliere, ist zur Zeit sehr groß.

Gestern stieß ich im Internet zufällig auf den Namen Alexander Markus Homes. Er ist ein ehemaliges Heimkind, der allen Widerständen zum Trotz die eigene Vergangenheit aufgearbeitet hat. Mir war nicht bekannt, dass der bundesweit bekannte Grünenabgeordnete Hans-Christian Ströbele ihn anwaltlich vor Gericht vertreten hat.
http://www.youtube.com/watch?v=llvxa308Hus

Im Grunde mache ich ja das gleiche, wenn ich meine Heimzeit, und die meiner Geschwister aufarbeite. Nur bin ich leider nicht so konsequent, und oft verlässt mich der Mut, wenn ich mich ständig mit der Vergangenheit auseinandersetze. und kaum dazu in der Lage bin, ein geordnetes Leben in der Gegenwart zu führen.

Auch gestern habe ich einem spontanen Impuls folgend, eine Mail an Sandra Maischberger und ihre Redaktionsteam geschickt. Ich bat darum, eine Einladung zu erhalten, sollte das Thema ehemalige Heiminsassen noch einmal eine große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erlangen. Zu Frau Maischberger sei noch gesagt, dass sie wöchentlich in der ARD in einer Runde zu sehen ist, wo immer derzeit aktuelle Themen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Mal sehen, ob ich eine Antwort auf meinen Themenvorschlag erhalte.
 http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/menschen-bei-maischberger/maischberger/index.html
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15.09.12 Unter der Woche dreimal das Hamburger Staatsarchiv aufgesucht, und die Akte zu meinem Bruder Peter durchforstet. Ich bin noch immer dabei, mir einen Überblick über seine Heimaufenthalte ab 1962 zu verschaffen. Es ist in sofern schwierig, weil Peter sehr oft aus den Heimen entwichen ist, und sich dadurch die Unterbringungsorte kurzfristig änderten, und ein reger Schriftverkehr zwischen den vielen beteiligten Stellen stattfand. Die längste Zeit, wohl fünf oder sechs Jahre verbrachte er im Landesjugendheim Erlenhof bei Euiskirchen, ein Heim des Landschaftsverbandes Rheinland. Die Quellenlage zu dieser Einrichtung ist sehr gut, umfangreich und vielfach dokumentiert und recherchiert. Daran hat Herr Kahlfeld, eben jener Mann, der mir die Akte zu Peter zur Verfügung gestellt hat, einen nicht geringen Anteil.

An Dienstag traf ich zufällig Heinz in Farmsen, den ich seit dem Senatsempfang für ehemalige Heimkinder kenne. Er wil noch in diesem Monat nach Mittelamerika reisen und dort für einige Monate bleiben. Früher war er Seeman, und seitdem hat er dort in Amerika einige Bekannte oder Freunde. Wir verbrachten wohl zwei Stunden zusammen und er lud mich auf ein Getränk bei Karstadt in Wandsbek ein. Dort kaufte er sich auch noch ein paar Dinge für seine bevorstehende Reise.
Gegen Abend rief Michael aus Duisburg an. Wir sprachen mehr als über eine Stunde über familiäre Dinge, zumeist die Vergangenheit betreffend. Es ging auch um Sylvia und ihre Wohnsituation in Ummeln.
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24.09.2012 Das Wetter, so wie ich es heute erlebe, gefällt mir gar nicht. Die Vorstellung, jetzt mehr als ein halbes Jahr auf Sommer und zumeist auch auf Sonne verzichten zu müssen, ist sehr unangenehm und betrübt mich. Aber da muss man durch. Vielleicht hilft es ja, wenn ich mir mein vor Jahrzehnten selbst gebasteltes  Lebensmotto gelegentlich in Erinnerung rufe, auch wenn es immer wieder in Vergessenheit gerät. Es lautet: "Beharrlichkeit führt zum Ziel. Geduld und Fleiß ist von Nöten. Kein Grund zur Eitelkeit." Schon seit vielen Jahren finde ich nicht mehr die Ruhe, mal ein Buch zu lesen. Oft beschleicht mich das Gefühl, in einem Chaos zu leben, welches mich beherrscht. Mein Alltag ist so gut wir gar nicht strukturiert, und überall stapeln sich Dinge in der Wohnung, wovon ich das meiste nicht brauche. Mir fehlt aber auch der Mut und die Kraft, sich von irgendetwas zu trennen, oder einen neuen Weg einzuschlagen.
Am letzten Mittwoch stand ich relativ früh auf. Der Heizungsableser hatte sich angesagt, ein Grund auch mal wieder etwas Ordnung in der Wohnung zu schaffen, wenn auch nur das aller notwendigste. Gegen 11.00 Uhr verließ ich meine Wohnung und machte mich auf den Weg zur Christuskirche in  Wandsbek. Dort kann man seit vielen Jahren preiswert eine Mittagsmahlzeit zu sich nehmen. Man bezahlt 1.50 Euro, und erhält fünfzig Cent zurück, wenn man das Besteck wieder abgegeben hat.  Im großen Speisesaal hängt ein Oelgemälde von Matthias Claudius, dem einstigen Herausgeber des Wandsbeker Boten. Das Bildnis ist sehr ansprechend, und erst auf Nachfrage bei der Essensausgabe erfuhr ich, um wen es sich handelte. Meine Erinnerung hatte mich getrübt, denn ich war vor einigen Jahren schon einmal in dem Speisesaal zum Mittagessen.
Nach dem Mittagessen, besuchte ich das ganz in der Nähe befindliche Hamburger Staatsarchiv auf. Es ist etwa ein Weg von 150 Meter. Ich ließ mir wieder die Akte zu meinem Bruder Peter aushändigen, und begann die Seiten festzuhalten, welch ich kopiert haben wollte. Anschließend suchte ich im Staatsarchiv einen Platz auf, von dem ich einen Zugang zum Internet hatte. Ich rief meine Mailseite auf, und freute mich zu lesen, dass Herr Kahlfeld vom "LVR" meiner Bitte um Fristverlängerung der Akte bis zum 10.10.2012 zugestimmt hatte. Das war wirklich eine gute Nachricht, denn nun kann ich nach dem Kopieren der von mir gewünschten Seiten noch das eine oder andere Mal, die Akte durchsehen, um die verschiedenen Aufenthaltsorte meines Bruders zu ordnen. Es ist schwierig, denn er dürfte wohl im Laufe der Jahe an die fünfzigmal aus den jeweiligen Heimen entwichen sein. Ich müßte die verschiedenen Abrechnungsblätter hinsichtlich der entstandenen Kosten zu Verpflegung/Aufenthalt akribisch erfassen. Vielleicht reicht aber auch das grobe Bild über seine Leben in den Heimen, welches ich mir bisher machen konnte.
Am Tag darauf hatte ich ein großes Problem, welches ich nur annähernd lösen konnte. Mein PC fuhr nicht richtig hoch, sondern ich landete immer wieder in einer Endlosschleife. Der Versuch im BIOS Abhilfe zu schaffen, gelang mir nicht. Auch war es nicht möglich über die Reperaturfunktion von Windows eine Lösung zu finden. Es wurde nach einem Passwort gefragt um den Vorgang fortzusetzen, und das hatte ich nicht. So versuchte ich es über den Weg der Neuinstallation, und habe dabei versehentlich meine Festplatte gelöscht. Also verlor ich alle Daten auf meinem PC. Besonders schmerzt es mich um die vielen PDF-Dateien, die ich mir im Laufe der Jahre mit dem Schwerpunkt Heimerziehung zugelegt hatte. Alles andere bekomme ich wohl in mühseliger Kleinarbeit wohl wieder auf meinen Rechner. Die ganzen Probleme bis ich wieder einen halbwegs vernünftigen Internetzugang hatte, zogen sich bis weit in den Sonntag hinein. Selbst mein Provider T-Online, konnte mir nicht richtig weiterhelfen. Ich hatte ein Schwierigkeiten mit der Hardware und es fehlten mir die notwendigen Treiber. Erst als ich unter meinen vielen CD's das Programm von Firefox fand, ging es voran. Desweiteren spielte ich noch einen neuen Browser von Micro Soft und, sowie Google Chrome auf, und nun habe ich wieder auf alles Zugriff, und kann mir wichtige Programme oder Informationen zugänglich machen.
Am Freitagabend rief mich der ehemaligen Nachbar von Horst Otto an, um mich über den bisherigen Stand der Gerichtsverhandlung zu informieren. Wohl eine halbe Stunde dauerter das Gespräch. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Beschuldigten neun Jahre Haft gefordert. Das Urteil soll heute verkündet und begründet werden.
Das Urteil wurde heute nachmittag verkündet. Der Angeklagte muss für neun Jahre ins Gefängnis.
Gegen 10.30 Uhr am Sonntag versuchte ich meine Tante in Duisburg zu erreichen. Am Hörer war ihre Tochter, von der ich wohl ungefähr zehn Jahre nichts mehr gehört hatte. Meiner Tante, nunmehr 85 Jahre alt, geht es nicht gut, und meine Cousine pflegt Sie, und kümmert sich um Sie, zumal beide im gleichen Haus wohnen. Mein Anruf kam ungelegen, und wir vereinbarten, dass wir am Nachmittag noch einmal sprechen.  Es kam dann zu einem längeren Gespräch, und für mich war ganz wichtig im Wege meiner Nachforschungen zur eigenen Familie, etwas über die Zeit zu erfahren, wo meine Tante, und auch meine Cousine in der DDR gelebt haben. Einige wertvolle Informationen, auch bezogen auf die entsprechenden Jahre, konnte ich in Erfahrung bringen. Ich wünsche mir, dass der Kontakt, wenn auch nur gelegentlich, zu meiner Tante und meiner Cousine nicht abbricht, um wenigstens einige Zeitabläufe besser verstehen zu können.
Ganz gesund bin ich noch nicht, Die Neurodermitis macht mir noch immer zu schaffen, und ich muss aufpassen, dass es kein chronisches Leiden wird.
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02.10.2012  Der heutige Tag stimmt mich melancholisch. Die gesetzten Ziele für gestern und heute habe ich nicht erreicht. Beide male wollte ich das Hamburger Staatsarchiv aufsuchen, aber ich konnte den inneren Schweinehund nicht überwinden. Am Montag besuchte mich Heinz, der mich um meine Hilfe bat. Er wollte gerne Musik auf seinen MP3 Player aufgespielt bekommen, wobei ich ihm jedoch nicht  wirklich helfen konnte, und demzufolge etwas frustriert war. Wir wollten anschließend nach Wandsbek zur Christuskirche fahren, und danach wollte ich ins Staatsarchiv gehen. Dann haben wir aber alles umdisponiert und er lud mich hier in Bramfeld zum Essen ein. Ich wünschte mir Spätzle mit Gulasch, und es hat mir sehr gut geschmeckt. Nachdem wir uns getrennt hatten, traf ich meinen ehemaligen Arbeitskollegen Herrn Funda zufällig vor dem Postamt in Bramfeld. Wir sprachen kurz und ich machte ihn erneut auf mein Blog aufmerksam, den er sich anschauen will. Er will mit seiner Frau für ein paar Tage nach Trier reisen und Kultur "tanken" - Museumsbesuch etc.  Später kam ich noch mit einem älteren einarmigen Herrn, Jahrgang 1923, ins Gespräch, der auf seinen Bus wartete. Ein ehemaliger Kriegsveteran, der u.a. bei der Waffen-SS gewesen war. Seine Ausbildung erhielt er in Radolfzell. Heute ist er jedoch geläutert, so mein Eindruck. Gegen Abend rief mein Bruder aus Duisburg an, und wir telefonierten wohl mehr als eine Stunde.
Wochenrückblick auf die letzte Septemberwoche. Vor gut zehn Tagen hatte ich einen schweren PC- Absturz nachdem ich zuvor beim Einschalten immer wieder in einer Endlosschleife landete. Da ich im Anschluss daran viele Fehler machte, war nichts mehr zu retten, und alle Festplattendaten sind mir verloren gegangen. So nahm ich denn eine noch vorrätig neue Festplatte und spielte das Betriebssystem vollkommen neu auf. Nun funktioniert soweit wieder alles, dass ich mich frei im Internet bewegen kann. Am meisten tut es mir jedoch leid, um die vielen PDF-Dateien, die ich im Laufe der Zeit angesammelt habe, und auch einige Bilder dürften unwiderruflich verloren sein. Andere habe ich noch auf CD oder USB-Stick abgesichert. Bis vergangenen Dienstag dauerten meine Bemühungen, um alles auf meinem PC wieder halbwegs zum Laufen zu bringen. Am Mittwochnachmittag erhielt ich einen Anruf vom Staatsarchiv, dass ich die in Auftrag gegebenen Kopien aus der Akte zu meinem Bruder abholen könne. Dies tat ich dann am Donnerstag, nachdem ich zuvor in der Christuskirche Wandsbek im Speiseraum zu Mittag gegessen hatte. 34. 80 € hat mich das Kopieren gekostet. Anschließend sucht ich die Post in Wandsbek auf, wo ich mir noch einmal Duplikate von meinen Kopien erstellte. Diese soll mein Bruder Michael erhalten. Da ich mir außerdem noch Briefmarken kaufte, bin ich alles in allem über 50.00 € losgeworden. 

Ein mediales Ereignis war in der letzten Woche die Ernennung von Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten der SPD. Die dazu reiche Berichterstattung habe ich aufmerksam im Fernsehen verfolgt. Man soll nicht allzu große Hoffnungen auf einen Politikwechsel haben, wenn es denn Steinbrück im nächsten Jahr schaffen sollte, Kanzler zu werden, aber einen besseren Kandidaten hat die SPD nun mal nicht.
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05.10.12  Ein grauer, trüber, regnerischer und naßkalter Tag zeigt sich heute den Bewohnern von Hamburg - da mag man seine Wohnung nicht verlassen. Eigentlich wollte ich so wie gestern, auch heute das Hamburger Staatsarchiv aufsuchen. Doch nun bleibe ich lieber zu hause. Kurz vor Mittag rief mich meine Cousine aus Duisburg an. Ihre Stimme verhieß nichts gutes. Meine schlimmste Befürchtung bestätigte sich. Tante Änne ist am vergangen Dienstag am frühen Nachmittag (15.15 Uhr) im Alter von 85 Jahren verstorben. Ich drückte meiner Cousine mein Beileid aus. Wir unterhielten uns wohl mehr als eine halbe Stunde. Zur Beerdigung werde ich nicht fahren, auch wird es nicht von mir erwartet. Desweiteren hätte ich keine adäquate Übernachtungsmöglichkeit gehabt. Meine Tante ist friedlich eingeschlafen. Nun gibt es nicht mehr die Möglichkeit, all das, was mich so sehr interessiert hätte, in Erfahrung zu bringen. Sie hat sozusagen so manches für mich geheimnisvoll Erscheinendes mit ins Grab genommen. Möge sie nun ihren Frieden finden, denn im Leben hat sie ihn nicht gehabt. Am kommenden Mittwoch findet sozusagen eine Trauerfeier im kleinsten Familienkreis statt. Gut dass ich ihr vor einiger Zeit noch einen Brief geschrieben habe, den sie auch beantwortet haben soll, und der mich über Umwegen wohl in den nächsten Tagen erreichen soll.
Der Würde des Tages angemessen, verzichte ich auf weitere Mitteilungen, die mich sehr beschäftigen, und auch mit einer großen Unzufriedenheit verbunden sind. Ich wende mich ja auch nicht an eine große Leserschaft, sondern der interessierte Mensch findet eher zufällig den Weg zu meinem Blog.

Es ist wie mit den Jahreszeiten-
Irgendwo stirbt ein Mensch   
Und irgendwo wird ein neuer geboren. 
Ein ständiges Kommen und Gehen, 
Und alles ist einem Wandel unterworfen 
Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. 

Liebe Tante Änne,

mit dem Norden, und den Norddeutschen hast Du ja nicht viel am Hut gehabt, wie ich vermute. Trotzdem widme ich Dir dieses Lied, genannt "Freesenhof". Sicher hätte es Dir gefallen, und vielleicht hast Du es ja auch schon einmal gehört. Es paßt zur Jahreszeit, also zum Herbst. Ich ganz persönlich nenne es. "Wenn der Sturmwind sein Lied singt". Es ist mein letzter Gruß an Dich, weil Dich das zeitliche gesegnet hat. Wie ich viel später im Leben erfuhr, warst Du meine Amme, und ich bin Dir dafür noch heute dankbar. Gerade heute ist so ein Tag, wo der Sturmwind heftig weht und bläst. Mach es gut auf Deinem letzten Weg, denn wir werden uns nach meiner Überzeugung nie wiedersehen.
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10.10.12 Heute findet in Duisburg-Hamborn eine kleine Trauerfeier im allerengsten Familienkreis für Tante Änne statt, und danach wird sie anonym beerdigt. Sie war eine der letzten, dich mich noch bei meinem Rufnamen, Fredi, nannte. Bedingt durch die Heimerziehung habe ich meinen Rufnamen mehr oder weniger verloren. Wenn ich so zurück denke, muß dies als Kind für mich reichlich irritierend gewesen sein.
Die eine  oder andere Erinnerung kommt bei mir hoch. Damals, anfang der 60er Jahre, als ich noch in Duisburg wohnte, schickt mich meine Mutter oft zu Tante Änne, bepackt mit einer Tasche voller Lebensmittel, um sie zu unterstützen. Eigentlich reichlich verrückt, Eigentlich reichlich verrückt, denn Tante Änne hatte nur für ein Kind zu sorgen, während bei meiner Mutter wechselnd, mal acht oder sechs Kinder im Haus waren. Es war eine schlimme Zeit, und wir Geschwister mußten oft Hunger leiden, und ein Schulbrot gab es ehe nicht. Wenn es zum ersten des Monats Geld gab, gingen davon gut achtzig Prozent an das Lebensmittelgeschäft, um Altschulden zu bezahlen, und so ging das jeden Monat und Jahr für Jahr. Die damalige Ladeninharberin des Geschäftes, wo wir einkauften, hatte ein gutes Herz, und oft holte ich kistenweise Wurst-, Obst-, und Gemüsereste, was sich ansonsten nicht mehr verkaufen ließ.

Gestern habe ich die Akteneinsicht im Hamburger Staatsarchiv zu meinem Bruder P. abgeschlossen. Das wichtigste aus der Akte habe ich mir im Sinne einer Stichprobe kopiert. In allen Einzelheiten lassen sich die Aufenthalte, an denen mein Bruder wohnte, nicht mehr rekonstruieren. Zu oft ist er aus den jeweiligen Heimen geflohen, und die Aktenvermerke haben sich dementsprechend gehäuft, sind auch auf Grund der vielen daran Beteiligten, lückenhaft oder nicht immer zutreffend. Nach dem Besuch des Staatsarchives erledigte ich noch ein paar kleine Einkäufe. Auf der Heimfahrt mit dem Bus kam ich mit einer Frau kurz ins Gespräch. Sie war fürchterlich mit Warzen übeseht, und dies auch an den Händen und am Hals. Dagegen empfand ich meine Neurodermitis geradezu harmlos. Die Frau war beim Tierarzt gewesen und hatte ihr kleines Zwergkaninchen dabei. Das war auch der Grund, warum ich sie angesprochen hatte.
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12.10.12 In der letzten Nacht kaum ein Auge zugemacht, es war ein klarer Sternenhimmel zu sehen. Mir gelingt es nicht abzuschalten und die Tageseindrücke beschäftigen mich in der Nacht  weiter. Gut seit Anfang der Woche schlage ich mich mit einer Erkältung herum, verbunden mit starkem Hustenreiz, auch und gerade während der Nacht.
Gestern stieß ich eher zufällig auf eine Internetseite von dem KZ Gross-Rosen. Dort kann man ein Sterberegister aufrufen, und ich gab den Namen meines Großvaters Karl Zielke ein.


Datei:Gross Rosen 3.JPG
Haupteingang KZ Groß-Rosen

Nun habe ich Gewißheit, dass er in Groß-Rosen ums Leben gekommen ist, denn es gibt im Sterberegister nur eine Person mit dem Namen Zielke und mit dem mir bekannten Geburtsdatum 04.02.1904. Am 30.03.1942 ist er im oben erwähnten KZ verstorben. Vermutlich mußte er im Steinbruch arbeiten, und das täglich 12 Stunden bei unzureichender Ernährung. Ich habe mich an das KZ Groß-Rosen gewandt, um nähere Informationen zu erhalten, etwa Häftlingsnummer, Häftlingskarteikarte usw. Eine Antwort wird wohl auf sich warten lassen.

An Abend gab es eine interessante Fernsehdokumentation über die Familie Flick von den Anfängen bis hin zum Ende dieses deutschen Wirtschaftsimperium. Was bleibt festzuhalten: Spenden, Schmiergelder und Skandale, und nicht zu vergessen die vielen Zwangsarbeiter, die oft ihr Leben verloren, und unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurden.

Gestern in meinem Post, Posthum - Ein Nachruf auf meinem Bruder einen weiteren Aufsatz verfasst. Es ging um Elisabeth Hecker, die in das Euthanasieprogramm der Nazis verstrickt war.

Am Mittwoch nahm ich mir die Zeit, um ein paar Briefe zu schreiben. Ein Beileidstelegramm an meine Cousine, je einen Brief an meine Geschwister Michael und Sylvia.
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16.10.12 Heute morgen erhielt ich von der Gedenkstätte KZ Gross-Rosen folgende Mail: 

Sehr geehrter Herr Zielke.
auf der Basis von Archivdokumenten der Gedenkstätte Groß-Rosen möchten wir Sie mitteilen, dass:Karl Zielke, geb. am 4.02.1904 in Büler; Beruf: Schuster; vor dem Krieg wohnhaft in Gladbeck. Er befand sich im KL Sachsenhausen (Häftlingsnr. 13960). Am 10.09.1941 wurde er im KL Groß-Rosen (Häftlingsnr. 1381) eingesetzt.Der Name von Karl Zielke befindet sich auf einer Liste der Häftlinge, die am 16.12.1941 in die „Euthanasie“-Anstalt in Bernburg selektiert wurden.Karl Zielke starb am 30.03.1942 im KL Groß-Rosen. 

Quellen: MGR-A, Sign. 6030/DP – Liste der Häftlinge, die in die „Euthanasie“-Anstalt in Bernburg selektiert wurden 
MGR-A, Sign. 6823/DP – Transportsliste der Häftlinge vom KL Sachsenhausen in das KL Groß-Rosen   
MGR-A, Sign. 1856/DP – Todesurkunde, ausgestellt vom Standesamt Groß-Rosen 
 Mit freundlichen Grüßen
 L...  L...Sammlungsabteilung Gedenkstätte Groß-Rosen

Es scheint sich zweifelsfrei um meinen Großvater zu handeln, wobei es beim damaligen Wohnort und beim Geburtsdatum Übereinstimmung gibt, lediglich der Geburtsort ist falsch angegeben. Da müsste es heißen, Bütow/Köslin.
Was meinen Blog betrifft, so muß ich einfach feststellen, daß ich zu viele Baustellen offen habe, und die Gefahr besteht, daß mir alles über den Kopf wächst.

Am letzten Freitag erreichte ich nach längerem Bemühen Herrn Str., (weit über achtzig), in Süderstapel auf seinem "Landsitz", da ich es in Hamburg vergeblich versucht hatte. Bei ihm hat sich einiges geändert, ohne daß er mich informiert hatte. Seine Frau, (ebenfalls Mitte achtzig),  wurde am Herzen operiert und liegt derzeit in Hamburg im Krankenhaus mit sich anschließender ReHa. Ich bot ihm meine Hilfe an, wenn er wieder in Hamburg ist, da ich ja nun im Besitz eines Jahresabo's vom HVV bin. Herr Str. ist mehr als 90 Prozent sehunfähig, hat aber bisher immer gute Möglichkeiten gefunden, dass ihm Freunde oder Bekannte und auch Familienangehörige behilflich sind.

Den Samstag und Sonntag zu hause verbracht. Besuch bekomme ich so gut wie nie. Manchmal ist die Einsamkeit belastend. Meine Gesundheit läßt zu wünschen übrig.

Gestern ein längeres Gespräch mit meinem Bruder in Duisburg gehabt. Die Kopierunterlagen zu unserem Bruder P. haben ihn erreicht.
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19.10.12 Gestern und heute je eine E Mail an die KZ Gedenkstätten Sachsenhausen und Neuengamme gesendet. Ich erhoffe mir davon, weiter Informationen über meinen Großvater Karl Otto Zielke zu erhalten. Wann kam er nach Sachsenhausen, wo war er zuvor untergebracht, usw. In Neuengamme gibt es eine Datenbank über Häftlingskarteikarten zu etlichen Konzentrationslagern. Diese Karteikarten wurden nach dem Fall der Mauer in Berllin-Hoppegarten ausfindig gemacht.
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30.10.12 Heute habe ich bei der Friedhofsverwaltung in Gladbeck angerufen, um zu erfahren ob es dort eine Grabstelle für meinen Großvater Karl Otto Zielke gibt. Man will sich drum kümmern und mich dann anrufen. Desweiteren habe ich mich vor einigen Tagen mit dem Internationalen Suchdienst Arolsen in Verbindung gesetzt, um etwas über meinen Großvater zu erfahren. Man muß damit rechnen, dass es acht Wochen oder auch länger dauert, bis man eine Antwort erhält.

Am Montag sprach ich telefonisch mit Frau Str. Sie ist wieder aus dem Krankenhaus entlassen, und zurück in ihrer Wohnung. Ihre Stimmung schien mir gedrückt, und auch ihr Mann wollte nicht ans Telefon, was er sonst immer tut. Ich bot meine Hilfe für Besorgungen an, aber im Moment kommt die Familie auch so zurecht.

Letzten Freitag ein eher unangenehmes Telefongespräch mit meinem Bruder in Duisburg gehabt. Er wollte mich an der Strippe halten, aber ich habe letztlich aufgelegt, weil er nebenbei Fernseh schaute, und mir dann immer von irgendwelchen Fussballergebnissen erzählte, die nicht zu unseren Gesprächen passten. Er fiel mir damit sozusagen ins Wort. Außerdem störte er mich, weil ich gerade die von mir sehr geschätzte Sendung "Wer wird Millionär" mit Günter Jauch sah, die von guter Unterhaltung geprägt ist. 
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05.11.12 Heute morgen erhielt ich einen Rückruf von der Friedhofsverwaltung Gladbeck. Frau H. teilte mir mit, dass die Nachforschungen zu meinem Großvater zu keinem Ergebnis geführt hat. Man bedauerte und verwies auf die Kriegsjahre, welche zu Verlusten bei der Erfassung geführt hätten. Kein Totenschein und auch sonst nichts, sagte sie mir. Ob es nun wirklich keine Hinweise gibt, oder gar andere Gründe eine Rolle spielen, wird sich vermutlich nicht mehr klären lassen. Trotzdem bedankte ich mich höflich bei Frau H. für ihre Bemühungen, wollte aber bezüglich anderer Verwandter nicht weiter nachharken, auch weil ich weder Geburts- noch Sterbedaten kenne.
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13.11.12 Am vergangenen Sonntag ein längeres Telefongespräch mit Ralf W. gehabt. Uns verbindet sozusagen eine Heimbiografie. Hauptgesprächsstoff war die Anlaufstelle für Heimerziehung in Hamburg.

Ebenfalls am Sonntag erhielt ich eine Mail von einer Frau aus dem Saarland. Sie bekundet Interesse an meinem Blog und meiner Petition für Heimkinder während der Besatzungszeit in Deutschland. Mittlerweile haben wir uns mehrmals ausgetauscht.

Desgleichen zur Zeit ein reger Mailaustausch mit GTH. Ich plane Portraits von ehemaligen Heimkindern auf meinem Blog festzuhalten und er steht dabei sozusagen an erster Stelle. So eine Aufgabenstellung finde ich interessant, weil ich sozusagen mit einem gewissen Abstand an die Dinge herangehen kann, wenn man mich denn läßt.

Gestern erhielt ich einen Anruf von Familie Str. und gleichzeitig eine Einladung, dass kommende Wochenende in ihrem Domizil in Süderstapel zu verbringen. Spontan und auch mit einer gewissen Freude sagte ich zu. Später kamen mir jedoch Zweifel, ob meine Entscheidung richtig war. Immerhin nehme ich eine große Verantwortung auf mich. Frau Str. hatte kürzlich (vor zwei Monaten) eine schwere Herzoperation mit sich anschließendem tagelangen Aufenthalt auf einer Intensivstation, und ihr Mann ist nahezu erblindet. Außerdem ist meine Neurodermitis fortgeschritten. Familie Str. bestellt praktisch einen Leihwagen und ich habe dann einen Einsatz als Fahrer. Die Verantwortung, die ich damit auf mich nehme ist sehr groß. Hoffentlich gibt es keine Komplikationen der einen oder anderen Art. Immerhin ist das Ehepaar schon gut fortgeschritten im fünfundachtzigsten Lebensjahr (der Mann etwas älter) und die ärztliche Versorgung auf dem Land ist eher mangelhaft und mit einem hohen Zeitaufwand verbunden.

Ebenfalls gestern erreichte mich ein Mail aus der KZ Gedenkstätte Sachsenhausen. Die Nachricht erhielt wichtige Informationen zu meinem Großvater mit entsprechenden Quellenangaben. Leider konnte nicht ermittelt werden, von wo aus er dem KZ Sachsenhausen zugeführt wurde. Das damalige Lager hat seinen Kartei- und Aktenbestand weitgehend vernichtet, als die russische Befreiungsarmee Anfang 1945 im Anmarsch war, und das KZ Sachsenhausen und die noch verbliebenen Insassen vor den Nazis befreite  Es gibt allerdings einen Restbestand zu den Akten in einem Archiv in Moskau und auch die Möglichkeit dort weiter nachzuforschen. Eine gewiss nicht leichte Aufgabe für einen Laien auf dem Gebiet der Nachforschungen, was das von Nazis begangene Unrecht betrifft.
Um die mir jetzt zugegangenen Informationen auf meinem Blog zu veröffentlichen, bedarf es einer Genehmigung der Gedenkstätte Sachsenhausen, und um eine solche habe ich gestern per Mail gebeten.
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15.11.12 Gestern habe ich die Anlaufstelle für ehemalige Heimkinder in Hamburg aufgesucht. Entgegen anderen Verlautbarungen versieht Hr. R. dort immer noch seinen Dienst. Gut zwei bis drei Stunden verbrachte ich in seinem Büro. Er hat keine leichte Aufgabe und oft sind die Inhalte der stattfindenden Gespräche eher dazu geeignet, mit einem Therapeuten geführt zu werden. Außerdem ist die Anlaufstelle in Hamburg meiner Meinung nach unterbesetzt. 
Die sogenannte Verzichtserklärung wird nun nicht mehr angewendet. Auch muß keine Nachweis über jede Einrichtung geführt werden, in der man damals untergebracht war. Anstelle dessen gibt man eine eidesstattliche Erklärung ab, verbunden mit einem Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch. Zunächst mal habe ich eine Pauschale für Aufwendungen sowie eine Einmalzahlung für Dinge des täglichen Bedarfs beantragt. Leider reichte die Zeit von Seiten der Dienststelle nicht aus, um diesen Vorgang abzuschließen. So muß ich noch einmal die Anlaufstelle aufsuchen, und danach geht der ganze Vorgang zur Hauptstelle in Köln, wo geprüft und genehmigt wird. Mich hat die ganze Angelegenheit doch sehr aufgewühlt und mitgenommen. 
Außerdem muß ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Beantragung der freiwilligen Leistungen und den Aufenthalten in den Heimen festgestellt werden. Ich persönlich halte die ganzen Vorgänge für viel komplexer, etwa die Rolle, die die Jugendämter bei diesem ganzen Prozedere gespielt haben, wo so manche Fehl- oder Falschentscheidungen bezüglich der damaligen Kinder und Jugendlichen getroffen wurden.
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19.11.12 Wieder daheim in Hamburg. Sieht man mal vom Wetter ab, verbrachte ich ein schönes Wochenende in Süderstapel. Freitag und Samstag war es unangenehm kalt und windig, und am Sonntag war es extrem feucht bei ansteigender Temperatur. Es hatte seinen Reiz, mal nicht am PC zu sitzen, und nicht ständig sich mit der Problematik der einstigen Heimerziehung auseinander zu setzen. Auch gab es nette Gespräche mit der Familie Str.
Sie wollen das Leben wie sie es jetzt führen so lange wie möglich aufrechterhalten, dennoch dürften in naher Zukunft auf Grund ihres Alters und ihrer Gesundheit einige unausweichliche Veränderungen stattfinden. Das kann sehr bald sein, aber bestenfalls erst in einigen Jahren sie zukommen.
Gut fünfzehn Jahre kenne ich nun diese Familie, sozusagen eine Zufallsbekanntschaft.
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20.11.12 Heute morgen ein kam unerwarteter Anruf von Herrn F., einem ehemaligen Arbeitskollegen. Ich war noch nicht ganz ausgeschlafen, und sprach ihn oft mit einem falschen Namen an. Wir führten ein längeres Gespräch und denken in vielem ähnlich. Er ist immer etwas unter Zeitdruck, so mein persönlicher Eindruck. Außerdem erhielt ich viele gute Ratschläge.
Am Nachmittag erreichte mich ein Mail aus der KZ Gedenkstätte Sachsenhausen. Meiner Bitte, die von dort erhaltenen Informationen zu meinem Großvater Karl Otto Zielke in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen, wurde entsprochen.
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23.11.12 Seit kurzem macht in Hamburg ein elfjähriger Junge aus Hamburg Furore. Im Alter von acht Jahren wurde Jeremie durch das Jugendamt Hamburg-Mitte in Verbindung mit dem Neukirchener Erziehungsverein (NRW) an eine Pflegefamilie nach Mecklenburg-Vorpommern vermittelt. Dafür mag es gute Gründe gegeben haben, oder auch nicht. Die Pflegefamilie betreibt einen Wanderzirkus, und somit ist es fraglich, ob der Junge sich schulisch entsprechend qualifizieren kann. So jedenfalls meine Meinung. Nun hat sich der Junge einen Transporter der Pflegefamilie geschnappt, und ist von Mecklenburg-Vorpommern nach Hamburg gefahren, und dort untergetaucht. Angeblich soll er mit den Großeltern in Kontakt stehen, und einige Behörden ermitteln fleißig, um seinen Aufenthalt zu ermitteln. Ich denke mal in der Angelegenheit ist noch nicht das letzte Wort gesprochen, und die Hamburger Jugendämter stehen einmal mehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit, und dies zu recht, wie ich meine.
Ebenfalls durch den oben erwähnten Erziehungsverein Neukirchen wurden auch mein Geschwister Hubert und Sylvia betreut, wenn auch schon vor langer Zeit, nämlich in den sechziger, bzw. siebziger Jahren. So stellt es sich jedenfalls nach Lage der Akten dar, in die ich Einsicht nehmen konnte.

Am vergangenen Mittwoch einen Brief an meine Schwester Sylvia geschrieben. Unterdessen kam mir in den Sinn, dort anzurufen, wo sie untergebracht ist. Zu meinem Erstaunen mußte ich erfahren, dass sie sich wieder im Krankenhaus aufhält. Warum wurde ich nicht benachrichtigt? Auch was den Grund betraf, konnte ich nichts in Erfahrung bringen. Man berief sich auf den Datenschutz und legte mir nahe, mich an die amtlich bestellte Betreuerin zu wenden. Bei mir verfestigt sich der Eindruck, dass im Vordergrund die Aufrechterhaltung der Heimorganisation steht, und nicht das Interesse besteht, Angehörige auf dem Laufenden zu halten. All das kommt mir sehr bekannt vor aus meiner eigenen Heimzeit. Die Kritik an der Einrichtung Ummeln ließe sich fortsetzen, jedoch will ich mich zurückhalten, weil ich ja quasi eine Internet-Tagebuch führe.

Am frühen Abend (Mittwoch) bei Familie Str. angerufen, und der Frau zum Geburtstag gratuliert, sowie zur silbernen Hochzeit. Groß gefeiert wurde nicht, aber alles soll nachgeholt werden, wenn die Gesundheit es wieder zuläßt.

Abends (Mittwoch) meinen Bruder in Duisburg angerufen. Zufälligerweise hatte auch er am frühen Morgen in Ummeln wegen unserer Schwester angerufen, aber definitiv keine gescheite Antwort erhalten. Erst durch meinen Anruf bei ihm, konnte sich einiges klären.

Der Mittwochabend an sich verlief angenehm. Im Fernsehen lief Fussball, und sowohl Schalke 04, als auch mein Lieblingsverein BVB 09 qualifizierten sich, und kamen international eine Runde weiter.
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24.11.12 Heute mit dem ehemaligen Heimkind Josef Dorsten telefoniert. Nach Gregor Ter Heide ist er der zweite, den ich im Zusammenhang mit der Heimerziehung porträtieren möchte.  Unser Gespräch war sehr herzlich und konstruktiv, und er hat mir völlig freie Hand gelassen, über ihn zu berichten. Das fällt mir um so leichter, da er schon ein eigenes Blog hat, woraus ich mir die Informationen holen kann, und diese sozusagen nach meinen Vorstellungen zu einem mir als richtig erscheinenden Bild zusammenstellen werde. Für mich ist wichtig alle ehemaligen Heimkinder gleichwertig darzustellen. Egal ob sie es im Leben zu etwas gebracht haben, oder Schiffbruch erlitten.
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26.11.12 Heute morgen um acht Uhr meine Anlaufstelle in Hamburg aufgesucht, wo noch einige Formalitäten zu erledigen waren. Leider war mein bisheriger Ansprechpartner Herr R. nicht zugegen. Stattdessen bediente mich Frau P. "Sie haben ja bald Geburtstag", stellte sie zunächst mal fest. Nachdem alles erledigt war, sagte sie mir, dass mein Anliegen bis zum Ende der Woche noch nach Köln zur Auszahlungstelle rausgeht, und ich damit rechnen kann, noch vor Weihnachten eine Barzahlung von 1250,00 Euro auf mein Konto zu bekommen. Hoffentlich läuft der Zeitplan so gut, wie sie es angedeutet hat. Das wäre ein schönes Weihnachtsgeld, und so etwas habe ich schon lange nicht mehr bekommen. Alles in allem eine Geste der Aussöhnung. Dabei will ich es erstmal belassen. Es gibt ja immer noch die Option weitere Bedürfnisse bis zu einer Gesamthöhe von 10.000 Euro geltend zu machen. Nach gut einer halben Stunde war alles erledigt.
Wieder zuhause fand ich eine Mail in meinem Briefkasten. Frau G., die amtliche Betreuerin meiner Schwester, hatte mir eine Nachricht zukommen lassen, und ich fand dies sehr angenehm. Daraufhin rief ich sie an, und wir hatten ein längeres gutes Gespräch, wie ich meine.
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29.11.12 Gestern am späten Abend klingelte meine neue Nachbarin, ein ganz junges Mädchen,  bei mir und bat darum, mein Telefon benutzen zu dürfen. Sie war barfuß, und mit einem Bademantel bekleidet. Magenprobleme hatte sie, und wollte einen Arzt anrufen. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass es in meiner Wohnung sehr unordentlich sei, führte sie ins Wohnzimmer, und bot ihr eine Sitzgelegenheit an. Dann gab ich ihr mein Telefon, und nachdem sie alles erledigt hatte, brachte ich sie zu meiner Wohnungstür, und hieß sie herzlich Willkommen hier im Haus. Wohl eine halbes Stunde später kam der Notarzt, der sie mitnahm. Wegen der unüberschaubaren Zuordnung der Hausnummern in meinem Wohnbereich war ich zuvor auf den Balkon gegangen, und hatte der Notärztin und ihrem Begleiter den Weg gewiesen.

Am vergangenen Dienstag Sarah-Fee zum Geburtstag gratuliert. Nun in diesem Jahr ist sie mit ihrem Studium fertig geworden, und hat jetzt außerdem eine Stelle in Schneverdingen, wo sie Erstklässler unterrichtet. Gut geht es ihr, und sie fühlt sich wohl, so mein Eindruck. Desweiteren hatte ich ein Telefongespräch mit Herrn Str. und Herrn Funda, die mir zu meinem Geburtstag, ebenfalls am Dienstag, gratulierten.
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06.12.12 Wintereinbruch in Hamburg! Seit gestern liegt überall in der Stadt eine Schneedecke von gut fünf Zentimetern. Ebenfalls gestern abend bin ich im Dunkeln auf einer für mich nicht ohne weiteres erkennbaren Eisfläche ausgerutscht und auf dem Rücken gelandet. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Mein Rucksack, bepackt mit Lebensmitteln, hat den Sturz abgefedert. Heute traumhaftes sonniges Winterwetter. Ich vergesse meine Sorgen, und Erinnerungen an strenge schneereiche Winter kommen auf. Sei es damals bei der Bundeswehr, an der zugefrorenen Ostsee, oder an eine Fahrt von Berlin nach Hamburg auf der B 5 durch die damalige DDR, usw.

Vorgestern und gestern interessiert den CDU-Parteitag in Hannover auf Phönix verfolgt. Der Wahltag für die Bundestagswahl in 2013 hat längst begonnen. Mal sehen wie die SPD auf ihrem am Wochenende, ebenfalls in Hannover, stattfindenden Sonderparteitag zur Kürung des Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück darauf reagiert.
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09.12.12  Sonderparteitag der SPD in Hannover. Der Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat eine flammende und beachtenswerte Rede gehalten. Aus meiner Sicht hat er das Zeug in 2013 das Ruder in Berlin zu übernehmen. Hervorzuhebende Gäste auf dem Parteitag waren die Altkanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder, sowie Erhard Eppler und Egon Bahr. Vermisst habe ich Otto Schily, den einstigen Grünen, der später zur SPD wechselte. Schröder scheint übrigens immer noch damit Probleme zu haben, in Alter und Würde zu "ergrauen".  Es ist und bleibt wohl sein Geheimnis, aus welchem Jungbrunnen er trinkt.

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17.12.12 Heute ging ich mal zu meiner Sparkasse um zu schauen, ob die mir bisher zugesagten Leistungen aus dem Fonds Heimerziehung auf meinem Konto eingezahlt wurden. Leider hat sich bisher nichts getan. Immerhin hatte mir die Anlaufstelle Hamburg telefonisch mitgeteilt, dass meine beantragten Leistungen schon am 27.11.12 nach Köln übergeben. wurden. Bedenkt man die Vorlaufzeit seit dem 01.01.12 als ich das erste mal die hiesige Anlaufstelle aufsuchte, ist dies doch ein sehr langer Zeitraum, gemessen an dem, was ich mir bisher erbeten habe. Wenn man an kompetenter Stelle nicht aufpasst, entwickelt sich die gute Absicht zu einem bürokratischen Monster, und ein Großteil der bereitgestellten Mittel (Kirchen, Bund, Länder) wird wohl wieder an die Einzahler zurückfließen. Vielleicht ändert sich ja noch einiges zu Gunsten der ehemaligen Heimkinder, um einen leichteren Zugang zu den Fondsmitteln zu bekommen. Ob ich wohl noch vor Weihnachten mit der Überweisung auf mein Konto rechnen kann.

Auch war ich heute  in meiner Poststelle, um einige Kopien zu machen, wo ein riesiger Andrang wohl wegen der Vorweihnachtszeit herrschte. Außerdem beim Betreten eines Busses  gestolpert und gestürzt. Kann mich nicht entsinnen, dass mir so etwas schon mal passiert ist. Man wird halt nicht jünger, aber verletzt habe ich mich nicht.

Gestern führte ich ein längeres Gespräch mit meiner Cousine in Duisburg. Es ging mehr oder weiniger um Familienangelegenheiten, die uns gemeinsam betrafen. Als Kleinkinder müssen wir wohl einige Jahre in engem Kontakt gewesen sein, habe aber keine Erinnerung daran.

Ebenfalls gestern länger mit Ralf W. telefoniert, der jetzt schon lange in einem Betreuungsverhältnis lebt, und mir erzählte, wie es dazu gekommen ist mit all den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten. Dennoch hat er großes Glück gehabt wie ich meine, denn immerhin lebt er in seiner eigenen Wohnung, und vieles wir ihm abgenommen. Sogar das Putzen, obwohl ich ihn nicht für körperlich behindert halte.
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20.12.12 Gestern ein angenehmes längeres Telefongespräch mit der wissentschaftlichen Mitarbeiterin Dorothee Wierling von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) geführt. Geplant ist ein Projekt mit dem Namen Lebensgeschichtliche Interwiev's. Angeregt hat dieses Vorhaben Herr Schönbohm vom Hamburger Versorgungsamt. Ca. zehn ehermalige Heimkinder sollen befragt werden, und ich gehöre nun auch dazu. Für das Projekt soll eigens zeitlich begrenzt eine Arbeitskraft eingestellt werden. Allerdings ist bisher noch nicht geklärt, wo die Mittel für diese Arbeit herkommen soll. Angedacht ist die hierfür aufzubringenden Kosten aus dem Fonds Heimerziehung zu erhalten. Auf keinen Fall sollen die ehemaligen Heimkinder selbst das Projekt finanzieren, sagte mir Frau Prof. Dr. Dorothee Wierling von der FZH. http://www.zeitgeschichte-hamburg.de/

Ebenfalls gestern erreichte mich ein Schreiben vom Fonds Heimerziehung aus Köln mit dem Datum vom 04.12.12. Die von mir beantragten Mittel aus dem Fonds wurden bewilligt und werden ca. drei Wochen später auf mein Konto überwiesen. Das Schreiben ging zunächst an meine Anlaufstelle in Hamburg und wurde dann an mich weitergeleitet.
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24.12.12 Wie mag es wohl meinem Bruder Rainer gehen? Ich hätte mir gewünscht, dass er sich kurz vor Weihnachten mal bei mir gemeldet hätte, zumal er morgen Geburtstag hat. Auch zu Essen und zu Trinken habe ich über die Feiertage reichlich im Haus, und es hätte an nichts gemangelt, wenn er mich denn besuchen würde wollen. Es ist wohl zwei Jahre her, dass er sich das letzte mal gemeldet hat, und davor waren es mehr als zehn Jahre, ohne etwas von ihm zu hören. Wir hätten uns viel zu erzählen gehabt, gerade weil ich voll in der Aufarbeitung der Heimerziehung und der Familiengeschichte stecke. Hoffentlich höre ich überhaupt noch einmal etwas von ihm, und muss ihn sozusagen nicht abschreiben, oder bei weiteren Nachforschungen in Erfahrung bringen, dass er nicht mehr lebt. In Augsburg scheint er jedenfalls nicht mehr zu leben. Immerhin hat Rainer mich durch unsere letzten telefonischen Kontakte auf eine Spur gebracht, durch welche ich den Aufenthalt von unserer Schwester Sylvia ermitteln konnte. Das muss ich ihm hoch anrechnen.

Nach den heutigen Einkäufen, bin ich zu meiner Sparkasse gegangen. Leider sind die bewilligten Mittel vom Fonds Heimerziehung immer noch nicht auf meinem Konto verbucht. Da war ich schon etwas enttäuscht. Aber wenigstens mangelt mir es in den nächsten Tagen nicht an den ganz banalen Bedürfnissen des Lebens, nämlich ein Dach über dem Kopf zu haben, eine geheizte Stube, und mehr Auswahl an Essen, als üblicherweise. Lieber Rainer, egal wo Du dich in Deutschland oder im Ausland aufhältst, meine Tür steht Dir immer offen. Melde Dich bitte.


Gruß, 
Dein Bruder Manfred
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29.12.12 SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat heute in den Nachrichten verlauten lassen, dass das Gehalt von Kanzlerkanditaten oder Kandidatinnen zu niedrig sei. Hat der gute, kluge und intelligente Mann, den ich sehr schätze, eigentlich keine anderen Probleme?
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30.12.12 Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und so versuche ich gedanklich, als auch praktisch etwas Ordnung in mein Leben zu bringen. So habe ich damit begonnen, alte Unterlagen (Briefe, Korrespondenz, etc.) zu sichten, um festzustellen, was kann vernichtet werden, und was  ist so wertvoll, um es weiter aufzuheben. Einen großen Berg habe ich schon abgearbeitet. In dem Zusammenhang fiel mir die Anschrift der alten hochbetagten Frau K. (über 90 Jahre) in die Hände. Kennengerlernt habe ich sie im Frühjahr 2009. Sie wohnte damals in unmittelbarer Nachbarschaft der Gotteshütte, ist mit ihr irgendwie verwachsen, und war dort jahrelang, auch schon in jungen Jahren in der Landwirtschaft tätig und ist gewissermaßen eine Zeitzeugin.
"Sind Sie verheiratet", und "es war doch alles damals nicht so schlimm" waren ihre ersten Worte, als ich mich ihr vorstellte, vor ihrem Grundstück stehend, während sie leichte Gartenarbeit verrichtete.

Mit etwas Herzklopfen und einer gewissen Neugier versuchte ich nun von meiner Wohnung aus Frau K. telefonisch zu erreichen, bekam aber vom Amt die lakonische Antwort: "Kein Anschluss unter dieser Nummer". Der Hintergrund für meinen Anrufversuch war folgender: In der Originalfestschrift zum huntertjährigen Bestehen der Gotteshütte heißt es auf Seite 10 am Ende des zweiten Absatzes: "So wurde die uns im Kriege zwangsweise auf unser Grundstück gebaute Baracke zum Oberlinhaus für 20 Schulmädchen un zu kleinen Wohnungen für einige Flüchtlingsfamilien eingerichtet". Leider geht der Verfasser der Festschrift nicht näher darauf ein, zu welchem Sinn und Zweck diese Barracke errichtet wurde. Es könnte sich um eine Unterkunft für Zwangsarbeiter gehandelt haben, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden, aber auch eine andere, vielleicht schlimmere Verwendung wäre möglich gewesen, so bisher meine Vermutung.

Nachdem ich Frau K. nicht erreichen konnte suchte ich im Internet nach weiteren Möglichkeiten, und stieß dabei auf Frau H. Sie war in ihrer ganzen Art sehr freundlich, als ich ihr mitteilte, dass ich zur Gotteshütte recheriere. Heute bewohnt sie eine Dachgeschosswohnung im ehemaligen Knabenhaus. Als Anekdote erzählte sie mir noch, dass man ihr in ihrer Kindheit damit drohte: "Wenn Du nicht artig bist, kommst Du in die Gotteshütte", und nun wohnt sie dort. Jedenfalls konnte sie mir weiterhelfen, und mir sagen, dass Frau K. nun in einer Seniorenunterkunft in Bad Eilsen untergebracht ist.

Ich rief dort ebenfalls an, teilte mein Anliegen mit, und man war so freundlich mich auf die Tochter von Frau K. zu verweisen, bei der ich mich dann telefonisch meldete, und ihr erklärte, was ich von ihrer Mutter wollte. Die Tochter, Frau T., war erstmal skeptisch, aber ich erklärte ihr, was ich eigentlich wollte, nämlich Hinweise auf das Oberlinhaus, und vielleicht ältere Fotos zum Bereich Gotteshütte. Nun will sich die Tochter bemühen, dass ich vielleicht meinem Ziel etwas näher komme. Es besteht keine Eile versicherte ich ihr noch. Auch erzählte sie mir, dass  wohl eines ihrer Kinder ebenfalls in Hamburg wohnt.
Später bei einer weiteren Recherche stellte ich dann noch fest, das Frau T. eine Ferienwohnung in Kleinenbremen vermietet. Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit dort unterzukommen, wenn ich im nächsten Jahr zum 160jährigen Bestehen der Gotteshütte, diese aufsuchen werde, und vielleicht erhalte ich dann auch ganz allgemein mehr Informationen.
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31.12.12 Heute beim Einkaufen wie schon des öfteren, meine türkischen Nachbarn getroffen - eine ganz nette Familie. Überraschender weise machten sie mir ein Geschenk zum Jahresausklang, und ich war sehr gerührt, als auch freudig gestimmt.
Kleine Randbemerkung: man hat eben diesen Nachbarn kürzlich einen Hausschuh geklaut, entwendet, gestohlen, oder wie auch immer, der vor ihrer Wohnungstür stand. Das alles kommt mir sehr rätselhaft vor, und ich denke dazu in die verschiedensten Richtungen, ohne zu einem richtigen Ergebnis zu kommen.
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07.01.13 Gestern musste ich mit Bedauern feststellen, dass das Diakonie Forum, welches überwiegend von ehemaligen Heimkindern genutzt wurde, ab sofort wegen mangelnder Beteiligung geschlossen worden ist. Nun habe ich also keinen Zugriff mehr auf die vielen mal guten und mal weniger guten Beiträge und Kommentare, die ich dort hinterlassen haben. Die dort vorhandenen Daten sollen im Sinne des Datenschutzes erhalten und gespeichert bleiben. Für mich persönlich ist diese Ressource allerdings nicht mehr erreichbar, und gleiches gilt für andere Nutzer. Mein Fazit: Nur die Diakonie kann auf diese im gewissen Sinne zeitgeschichtlichen Daten zugreifen.
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14.01.13 Am letzten Sonntag sind 100 Mails von meinem E-Mailkonto bei Google verschwunden. Das ist sehr bedauerlich und leider kein Einzelfall. Ein Teil der Mails ließ sich retten, weil ich noch ein zweites Mailkonto habe. Ich frage mich, warum das Verschwinden von Mails möglich ist, und warum Google mich davor nicht schützen kann?
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20.01.13 Am 20.12.12 hatte ich mich an das Hamburger Institut für Sozialforschung gewandt, und nachgefragt, ob es sich nicht lohnen würde, sich mit dem Thema Heimerziehung im Nachkriegsdeutschland zu beschäftigen. Leider wurde mein Anliegen abschlägig entschieden, dennoch hat es mich gefreut, mit Datum vom 17. Jannuar 2013 eine Antwort zu erhalten.  Ich stelle diese Antwort allen Interessierten zur Verfügung.
Sehr geehrter Herr Zielke, der Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma, bedankt sich für Ihre Mail vom 20. Dezember 2012, er bittet aber um Verständnis, dass sich das Institut sowohl vor dem Hintergrund seiner aktuellen Forschungsschwerpunkte als auch angesichts der langfristigen Forschungsplanung nicht vertiefend mit dem Thema "Heimerziehung" befassen kann. Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg
Martina Winkel
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30.01.13 Heute am Mittwoch hat meine Schwester Geburtstag - gleichzeitig jährt sich der Tag der Machtergreifung durch Adolf Hitler zum achtzigsten Male. Dazu gab es viele Berichte in den Medien, und ich habe sie aufmerksam verfolgt.

Am Montag habe ich ein Paket für meine Schwester aufgegeben, und vielleicht auch glücklicherweise, hat sie es heute erhalten. Ebenfalls am Montag traf ich unterwegs meinen ehemaligen Arbeitskollegen Herrn F. Wir tauschten und kurz aus und wollen uns Ende Februar zum jährlichen Essen treffen. Am Dienstag ging es mir gesundheitlich schlecht, und ich verbrachte den ganzen Tag im Bett. Ein Schüttelfrost machte mir zu schaffen, ganz über den Berg bin ich noch nicht. Der plötzliche Wetterumschwung von sehr kalter auf warme Luft, könnte dafür verantwortlich sein.
Nach einigen Schwierigkeiten gelang es mir dann doch noch mit meiner Schwester in Ummeln Kontakt aufzunehmen, nachdem ich die Hoffnung schon aufgegeben hatte. Bei meinem ersten Anruf wurde ich mit der Zentrale verbunden, und sprach mit einer freundlichen Frau. Durch sie erfuhr ich ohne Nachfrage, dass mein Paket bereits dort in der Zentrale angekommen sei. Wir vereinbarten, dass das Paket noch heute meiner Schwester übergeben wird, und dass ich in zwei Stunden noch einmal anrufen möchte. Bei meinem zweiten Anruf landete ich wieder in der Zentrale, mit dem Ergebnis, meine Schwester würde mich zurückrufen. Es war schon kurz vor 20.00 Uhr als ihr Anruf dann einging. Eine richtige Kommunikation konnte leider wegen der schweren Behinderung meiner Schwester nicht stattfinden. So war es denn hilfreich, dass ich im Anschluss noch einige Worte mit dem diensttuenden Betreuer von Haus Sonnenblick wechseln konnte.
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31.01.13 Es sei noch einmal daran erinnert, dass am 27.01.1945 das Vernichtungslager Auschwitz/Birkenau durch die Rote Armee befreit wurde. In der Folge wurden alle anderen Lager und ihre Außenlager bis Kriegsende, auch durch die anderen Alliierten befreit. Als Beispiele möchte anführen, etwa das KZ Groß Rosen, KZ Sachsenhausen, KZ Neuengamme, KZ Ravensbrück, und nicht zuletzt das KZ Mauthausen.  Die Versuche der SS Schergen alle Spuren zu beseitigen, die auf ihre Verbrechen Hinweise gaben, sind gottseidank misslungen, auch hinsichtlich der geführten Akten zu den Konzentrationslagerinsassen. Dennoch wurden abertausende Menschen auf Todesmärsche geschickt, und viele haben dies nicht überlebt. Ich schreibe dies hier nieder, weil ich auch auf das Schicksal meines Großvaters Karl Otto Zielke aufmerksam machen möchte, der den Naziterror nicht überlebt hat, und nicht einmal vierzig Jahre alt wurde. Details, soweit mir bekannt, werde ich in dem eigens dafür erstellten Post Karl Otto Zielke - Endstation Groß Rosen unterbringen, Meine Nachforschungen zu diesem tragischen Ende eines Menschenlebens sind allerdings noch nicht abgeschlossen.
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11.02.13 Die Meldung des Tages aus dem Vatikan: Papst Benedikt XVI. legt sein Amt am 28.02.2013 nieder. Ich finde diese Entscheidung mutig, und sie verdient Respekt.
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12.02.13 Gesundheitlich geht es mir nicht gut. Die letzten Jahre haben mich viel Kraft gekostet, sei es nun physisch, aber auch psychisch. Ich habe mich zuviel mit der Vergangenheit beschäftigt, anstatt in der Gegenwart zu leben. Das betrifft zum großen Teil mich selbst, meine Familie betreffend, aber auch die Gotteshütte. Hätte ich eine andere Möglichkeit gesehen, wäre ich gewiss einen anderen Weg gegangen. Ich werde also kürzer treten müssen, um auch wieder so etwas, wie Lebensfreude zu erfahren.

Es ist damit zu rechnen, dass ich demnächst ein Krankenhaus aufsuchen werde. Seit längerem plage ich mich mit einem Beinleiden herum, und es ist sehr schmerzhaft, wenn ich nicht gerade im Bett liege.
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28.02.13 Gestern hat mein Lieblingsverein in der Bundesliga, Borussia Dortmund, im DFB-Pokal eine herbe Niederlage gegen Bayern München einstecken müssen, und ist somit aus dem DFB-Pokal heraus geflogen. Dennoch war der Sieg der Bayern verdient, auch wenn Dortmund in der zweiten Halbzeit mehr Möglichkeiten hatte, als zuvor. Das 1:0 für Bayern ist für Dortmund noch sehr schmeichelhaft ausgefallen, und daran hatte der Dortmunder Torwart Weidenfeller einen großen Anteil. Schade, schade, dass Dortmund nicht weiter gekommen ist. Nun kann es nur noch darum gehen, in der Bundesliga den zweiten Platz zu erreichen, und im internationalen Geschäft weiterzukommen. Dann könnte es evtl. eine zweite Begegnung zwischen den Dortmundern und den Bayern geben.

Ebenfalls gestern erhielt ich Post von meiner Krankenkasse, und mir wurde ein Organspenderausweis zugeschickt. Ich werde ihn nicht unterschreiben und mit mir herumtragen. Es gab in der letzten Zeit einfach zu viele Skandale im Zusammenhang mit der Organspende. Außerdem ist doch von vorn herein gar nicht klar, ob die Organe eines jeden verwertbar sind, der sich zum spenden bereit erklärt. Dies dürfte vor allem auf ältere Menschen zutreffen.

Heute endet der letzte Arbeitstag von Papst Benedikt XVI. Es dürfte recht interessant bei der RKK werden, wenn es in den nächsten Wochen sozusagen einen Papst im Ruhestand und einen neu gewählten gibt. Ob dann die RKK eher aus den Schlagzeilen kommt, wage ich zu bezweifeln. Der Neue dürfte ein noch schwereres Amt antreten, als sein Vorgänger.
Der Fernsehsender Phönix berichtet anlässlich der Bedeutung des Rücktritts von Papst Benedikt XVI. den ganzen über dieses Ereignis und zeigt die einzelnen Stationen im Leben von Kardinal Ratzinger auf.
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09.03.13 Der Winter ist nach Norddeutschland zurückgekehrt und es herrscht ein lustiges Schneetreiben. Zum Anfang der Woche gab es ein paar schöne sonnige Tage, und ich war geneigt, mich auf den Frühling einzustellen. Nun müssen diese Gefühle der Realität weichen, und erst einmal hinten an gestellt werden. Der einzige Trost ist, dass die Tage wieder länger werden.
Ruhig und einsam erlebe ich die jetzige Zeit. Unter Woche zweimal telefoniert; zum einem mit Herrn St., zum anderen mit einem ehemaligen Arbeitskollegen. Die FA. in welcher wir damals zusammen arbeiteten, hat Insolvenz angemeldet, und die Abwickelung ist in vollem Gange.

Desweiteren habe ich zu Anfang der Woche im hiesigen Einkaufscenter in einer Buchhandlung zwei Bücher bestellt, die mittlerweile darauf warten, von mir abgeholt zu werden. Es sind die Bücher "So erzieht man keine Menschen" von Carola Kuhlmann, und "Frommes Volk und Patrioten", Herausgeber: Dieter Sengling. Das zweite Buch war schon einmal in meinem Besitz, und ich habe es in 2009 einem ehemaligen Heimkind aus der Gotteshütte geschenkt, zumal in dem Buch ein sehr informativer, wissenschaftlich gehaltener Beitrag zur Gotteshütte vorkommt. Bis  heute hat mir der Verlust dieses Buches keine Ruhe gelassen, und ich bin froh darüber, es bald wieder zu besitzen.

Bewegt hat mich unter der Woche vor allem, der Tod von Hugo Chávez, dem einstigen Präsidenten von Venezuela, ein Verfechter des Sozialismus, wie ihn sich einst Castro und Ernesto Che Guevara auf die Fahnen geschrieben hatten.
Auch der Tod des deutschen Schauspielers und gebürtigen Dortmunders Dieter Pfaff ließ mich nicht gleichgültig. Er genoss in der deutschen Medienlandschaft ein hohes Ansehen, und ist leider mit 65 Jahren viel zu früh gestorben. Diagnose Lungenkrebs.

Bleibt noch zu erwähnen, dass mein Bruder in Duisburg heute Geburtstag hat.
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13.03.13 Weißer Rauch stieg kurz nach 19.00 Uhr (MEZ) bei Regen und Dunkelheit im Vatikan auf! Ein neuer Papst wurde heute Abend im fünften Wahlgang gewählt. Laut den Medien ist es eine Überraschung, dass es schon heute passiert ist. Der Name ist noch nicht im Umlauf, soll aber in Kürze bekannt gegeben werden. Es könnte u.a. der Kardinal von Mailand werden, so wird in den Medien (Phönix) spekuliert. Der Petersplatz ist wohl mit einer halben Million Menschen gefüllt, und wurde von Sicherheitskräften abgesperrt.
Der neue Papst heißt Franziskus und kommt aus Argentinien. Seine Wahl kam überraschend. Sein Namensgeber ist Franz von Assisi, ein Mönch, der sich uns sein Leben den Armen verschrieben hatte.
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18.03.13 Der Winter will und will nicht weichen, und in der vergangenen Nacht fielen gut zehn Zentimeter Neuschnee hier in Hamburg, oder etwas mehr. Für Morgen sind abermals Schneefälle angesagt.
In der vergangenen Woche hatte ich einige Arzt-Termine, den letzten am Freitag. Es steht nicht gut um meine Gesundheit, aber genaues weiß ich noch nicht. Bei einer Ultraschalluntersuchung wurden Tumore sichtbar. Genaueres wird sich in dieser Woche klären, vielleicht auch etwas später. Einen heute von mir erwünschten Arzt-Termin habe ich nicht wahrgenommen. Ich habe mir einfach die Zeit genommen, mich ganz persönlich mit der jetzigen Situation auseinander zusetzen. 
Desweiteren wurde mir ebenfalls in der letzten Wochen nahegelegt, im Rahmen einer Vorsorge eine Darmspiegelung machen zu lassen. Auch da habe ich mich noch nicht festgelegt. Zuvor soll allerdings mein Stuhl untersucht werden, ob evtl. ein Krebsleiden vorhanden ist. Ich denke mal, nicht jeder alte Mensch wird Darmkrebs bekommen. Ärzte und Krankenkassen scheinen aber ein Interesse daran zu haben, solche Untersuchungen sozusagen flächendeckend durchzuführen.
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Mein erster Aufenthalt in Asklepios-Klinik St. Georg


Aufgenommen am Tag meiner Entlassung (Eduard-Arning-Haus)

19.03.13 Bei kaltem Winterwetter gegen 10.00 Uhr meine Wohnung verlassen und zu meiner Hautärztin im Gesundheitszentrum Bramfeld gefahren. Dann ging alles ganz schnell. Sie schaute sich das Fax von Dr. med. May an, der Freitags zuvor eine Ultraschalluntersuchung bei mir gemacht hatte, und organisierte sodann meinen Krankenhausaufenthalt im St. Georgkrankenhaus, wohin ich mich unverzüglich begeben sollte. Nach einer kurzen Überlegung fuhr ich nicht mehr nach Hause, um ein paar Sachen zu packen, sondern ich machte mich gleich auf den Weg dorthin. Zuvor kaufte ich mir noch im Einkaufszentrum Bramfeld eine Garnitur Unterwäsche und einen Trainingsanzug, sowie Sandalen.
Eine gewerkschaftlich organisierte Demo gegen den Energieversorger Vattenfall sorgte für eine Behinderung im öffentlichen Verkehr und verzögerte meine Ankunft in der Asklepios-Klinik St. Georg, die sich in unmittelbarer Nähe der U-Bahnstation Lohmühlenstraße befindet.
Es dauerte eine Weile, bis ich mich auf dem großen Klinikgelände zurecht fand. Von der Anmeldung im Krankenhausbereich, begab ich mich sodann direkt in die mich aufnehmende Klinik für dermatologische Krankheiten, also nach Haus K3. Dort wurde die Anamnese gemacht; bei mir hatte ich die Befunde von meiner Hautärztin, sowie das Schreiben von Dr. May. Es folgten Gespräche über mein Leiden, meine Lebenssituation, sowie über Lebensgewohnheiten, und im Anschluss wurden mir Blutproben entnommen.
Dann wurde mir ein Zimmer gezeigt, wo ich einen Patienten antraf. Er begrüßte mich freundlich und stelle sich mit dem Namen Andreas vor. Ich nannte ihm ebenfalls meinen Vornamen. Im Zimmer befanden sich drei Betten, meines stand abseits von den Fenstern.
Mir wurde ein Speiseplan gereicht, und ich kreuzte an, was ich morgens, mittags und abends gerne essen wollte. 
Am Nachmittag begann meine erste Behandlung, und meine Unterschenkel, sowie die Füße wurden eingecremt und gewickelt. Danach wurde mein ganzer Körper eingecremt, allerdings mit einer anderen Creme. Anschließend wurde mir intravenös ein entzündungshemmendes Mittel von 250 ml verabreicht, welches ich fort an drei mal täglich erhalten sollte. Tröpfchenweise suchte es sich seinen Weg in meine Blutbahn.
Ebenfalls am ersten Tag lernte ich einen weiteren Patienten auf unserem Zimmer kennen. Ein schwergewichtiger Mann von 150 Kg, der nach eigener Aussage schon einmal ein Gewicht von 200 Kg auf die Waage gebracht hatte. Freies gehen war ihm nur auf kurze Distanz möglich, und so  benutzte er einen Rollator, der auf sein Gewicht zugeschnitten war. Wir alle auf dem Zimmer unterhielten uns zunächst sehr verhalten, und nach und nach erzählten wir uns, warum wir hier im Krankenhaus untergebracht waren.  Nach dem Abendessen - es hatte mir gut geschmeckt - musste ich erneut an den Tropf. Auch die Prozedur des Wickelns und des Eincremens soll sich täglich zweimal wiederholen.
Über jeden Bett gibt es zeitgemäß einen Fernseher, befestigt an einer multiplen Teleskopgabel, integriert mit einem Telefonanschluss und Internetnutzung, welche aber zur Zeit nicht verfügbar ist. Der Empfang des Fernsehens ist aus gutem Grund nur über die Kopfhörer möglich. Bis 24.00 Uhr schaute ich mir dieses und jenes Programm an.
Raucher haben die Möglichkeit sich vor dem Haus zu treffen, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wird.
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20.03.13 In der ersten Nacht schlecht und wenig geschlafen. Alles war so neu und ungewohnt, ansonsten der sich täglich wiederholende Ablauf: Duschen, Frühstück, Behandlungen, Entgegennahme der Medikamente, Mittagessen, Behandlung, Abendessen, Behandlung, dazwischen immer freie Zeit zur eigenen Verfügung.
Am Vormittag fand die Visite mit dem Oberarzt, der Assistenzärztin und und einer Pflegekraft statt. Nach allem, was ich so mit bekomme, bin ich eher ein leichter Fall auf der Station K3.
Leider schaffe ich es nicht, das Rauchen ganz einzustellen, und so gehe ich drei bis vier mal täglich vor die Haustür, um diesem Laster zu frönen. Recht frisch ist dann die Luft "draußen vor der Tür" in diesem ungewöhnlich kalten März - sozusagen rekordverdächtig.
Im Verlauf des Tages entdeckte ich zufällig den Besucher/Patientenraum, wo einige Bücher vorhanden sind. Zu meiner Freude fand ich den Roman "Der Campus" von Dietrich Schwanitz. Ein Buch, worüber ich seinerzeit sehr viel gehört hatte, und welches ich immer mal lesen wollte. Ich nahm es mit auf mein Zimmer.
Der Roman beschäftigt sich mit dem Universitätsbetrieb der Stadt Hamburg, es geht um Beziehungen und Kungelei, Verquickungen zum Senat, und so manches wird in satirischer Form auf die Schippe genommen. Jedoch ist nicht alles frei erfunden, sondern einiges soll sich tatsächlich so begeben haben. Das Buch machte seinerzeit (1995) Furore, und der Autor, zugleich Professor, ist mittlerweile verstorben, wie ich durch einen Patienten auf meinem Zimmer erfuhr. Nun nutze ich die freie Zeit zum Lesen, bzw. zum überfliegen der Lektüre, denn richtig konzentrieren kann ich mich nicht - auch ist der Anspruch des Autors an den weniger gebildeten Menschen nicht unerheblich.
Spät am Abend bekam ich einen Termin für eine Ultraschalluntersuchung am nächsten Tag, wobei die Uhrzeit noch nicht feststeht.
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21.03.13 Vormittags abermals die täglich stattfindende Visite, diesmal im Beisein des Chefarztes Prof. Dr. Christian Sander, den ich erstmalig kennen lernte und beobachtete.
Ein Patient aus meinem Zimmer wollte wieder nach Hause, und verließ noch am gleichen Tag das Krankenhaus. Er ist selbständig, hat eine kleine Tochter, seine Frau arbeitet auch, und so war in der familiären Situation doch einiges nicht mehr erträglich.
Schon zum Abend war das freigewordene Bett wieder belegt.
Bei mir stand die Sonographie im Mittelpunkt des Tages, ausgeführt am späten Vormittag. Nicht leicht fand ich das Haus und den Raum, wo alles stattfinden sollte, denn das Krankenhausgelände ist doch sehr groß, es gibt so etwas wie einen Schilderwald mit Wegweisern, und an vieles Stellen wird auf- und umgebaut. Zuerst ging es zur Anmeldung, dann zum Röntgen der Lunge, und dann zur Ultraschalluntersuchung bei Frau Dr. Eber.. Zuvor musste ich in einer Wartezone Platz nehmen, bis ich aufgerufen wurde.
Eine sehr gründliche Untersuchung folgte anschließend, die wohl mehr als eine halbe Stunde dauerte. Angefangen beidseitig  in der Leistengegend, hin zum Bauchraum, sodann über den Oberkörper, bis hin zu den Achselhöhlen und zu den dort sich befindenden Lymphknoten. Gesprächig war die junge Ärztin nicht, das würde wohl auch ihren Zeitplan durcheinander bringen. Ich äußerte den Wunsch eine sich anschließende CT  (Computertomographie) machen zu lassen, um jegliche Bedenken hinsichtlich von bösartigen Tumoren zu zerstreuen. Beim Rückweg zu meiner Station K3 verlor ich abermals die geographische Orientierung, fand mich dann aber zurecht, und freute mich sodann auf das bereitgestellte Mittagessen.
Desweiteren fand ich im Tagesverlauf noch genügend Zeit, um meine Lektüre in dem Roman "Der Campus" fortzusetzen.
Am Abend die ungewohnte Situation mit dem neuen schweigsamen und fast immer schlafenden Patienten auf meinem Zimmer. Er soll suchtkrank und obdachlos sein, und für das Pflegepersonal ist er kein Unbekannter, wie ich beiläufig erfuhr. Als er einmal aufwachte, bat er mich um eine Zigarette, und ich konnte ihm diesen Wunsch nicht abschlagen.
Im Fernsehen war schwerpunktmäßig die Zypernkrise im Zusammenhang mit dem Euro thematisiert, und mit den Gedanken daran ging mein Tag zu Ende.
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22.03.13 Drei Tage konnte ich wegen meiner sich geänderten Lebensumstände nicht richtig zur Toilette gehen, ohne jedoch Schmerzen oder Magenkrämpfe zu haben. Nun ließ ich mir am Morgen von einer Schwester ein Mittel geben, um wieder Stuhl zu haben, und um eine angeforderte Probe abgeben zu können. Es hat gewirkt, und ich war im doppelten Sinne erleichtert!
Vormittags die kleine Visite in unserem Zimmer. Das Ergebnis der Sonographie und der dem röntgen der Lunge wurde mir mitgeteilt, evtl. sind Anschlussuntersuchungen notwendig. Ferner habe ich Hefepilze im Rachenraum, und bekomme nun ein Medikament dagegen. Außerdem wurde mir weiter Blut abgenommen, um zu überprüfen, ob sich die Werte zum besseren gewendet haben.
Nachmittags viel Zeit gefunden, um weiter in dem Roman "Der Campus" zu lesen. Bei vielen Situationen und Erlebnissen den Roman betreffend, fehlt mir die schulische Grundbildung, aber den köstlichen Humor auf hohem Niveau und einiges andere bekomme ich schon mit. 
Am Abend Fußball im Fernsehen: Qualifikation zur nächsten Weltmeisterschaft in Brasilien. Kasachstan - Deutschland. Die Partie ging 0 : 3 aus. Ein mäßiges Spiel und Deutschland hätte weitaus höher gewinnen können und müssen, Kasachstan war nicht weit davon entfernt, ein Tor zu schießen, gerade in der zweiten Halbzeit.
Nach dem Spiel das Haus verlassen, um noch eine Zigarette zu genießen - sehr kalt zeigte sich der Winter, der immer noch nicht weichen will.
Gegen Mitternacht endlich mal richtig eingeschlafen.
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23.03.13 Die vergangene Nacht recht gut geschlafen, und trotzdem einen Albtraum gehabt. Eigentlich ein Widerspruch in sich. Bei meinem Traum ging es wie schon so oft um "Das Gute gegen das Böse".  Ich denke mal, das alles hat viel damit zu tun, wie man als Kind erzogen wurde.
Beim morgendlichen Rauchen vor dem Eduard-Irning-Haus hatte ich unweit des Eingangs auf der linken Seite eine ebenerdige Gedenktafel entdeckt. Neugierig bewegte ich mich dorthin, und las mit etwas Bestürzung, dass in diesem Haus acht russische Kriegsgefangene und zugleich Patienten ermordet wurden, geschehen Ende Juli 1943. (Später, wieder zu Hause in meiner Wohnung erfuhr ich über Wikipedia, dass es sich um eine Vergeltungsaktion gehandelt hat. Während einer der verheerenden Bombenangriffe auf Hamburg waren 70 russische Gefangene geflohen. Näheres konnte ich nicht in Erfahrung bringen.) Die Gedenktafel wurde erst im Jahre 1995  ihrer Bestimmung übergeben, also 52 Jahre nach Kriegsende.
Am Samstagnachmittag machte ich bei herrlichen, klaren und sehr kalten Winterwetter, einen ausgiebigen Spaziergang, gleichzeitig hatte ich wichtige Dinge zu erledigen [...]. Rechtzeitig zum Abendessen war ich wieder auf meinem Zimmer.
Der Abend als solcher gestaltete sich zunächst recht langweilig. Das Zimmer war abgedunkelt, nur das Flimmern der Fernseher sorgte für ein unruhiges Licht. Mir passte dieser Umstand so früh am Abend nicht, aber ich wagte es nicht, zu mindestens über meinem Bett die Beleuchtung anzumachen. So ging ich hinunter vor die Tür des Hauses, um eine Zigarette zu rauchen.
Schnell traf ich da auf Gleichgesinnte.
Da war der gebildete ältere Herr mit weißem Haar und einen weißen Friesenbart, ein Rechtsanwalt im Ruhestand und einem tieftraurigen Blick, wie ich meinte wahrzunehmen. Dann der glatzköpfige Moslem mit dem Vornamen Enver, der eigentlich aus Mazedonien stammt, aber schon 45 Jahre in Deutschland lebt, und sich als Patriarch, also Familienoberhaupt versteht, wie im besonderen eine Geschichte deutlich machte, welche er erzählt hat. Ferner stand noch der Nichtraucher Jens mit vor der Tür. Ein Mann mit Kurzhaarschnitt im mittleren Alter, der sich mit Elektronik auskennt, und mit der Wartung von Bordinstrumenten bei Flugzeugen der Bundeswehr vertraut ist. Schnell boten wir uns gegenseitig das Du an, also Gerhard der Rechtsanwalt, Enver der Mazedonier, und Jens, der Elektroniker, und meine Wenigkeit.
Es kamen interessante, lebhafte und angeregte Gespräche zustande, im besonderen mit Gerhard, dessen Sohn in Bielefeld studiert. So kamen wir etwa auf Siegfried Lenz und seine Deutschstunde zu sprechen, weiter auf einen anderen Autor, dessen Name mir aber nicht sofort einfiel. Ich wusste im Moment nur, dass er im Umland von Bremen gelebt hatte, und schon vor einigen Jahren verstorben war. Als ich wieder auf meinem Zimmer war, fiel mir plötzlich der Name des Schriftstellers ein. Nun hatte ich ein starkes Mitteilungsbedürfnis, und versuchte herauszufinden, welches Zimmer meine Mitpatienten bewohnten. Eine Schwester half mir dabei, nachdem ihr die gesuchten Personen ungefähr beschrieben hatte.
Ich klopfte an, und sah in ein ungewöhnlich großes Zimmer, wo Gerhard, Jens und Enver an einem Tisch saßen, ein weiterer älterer Patient lag schweigsam aber wach in seinem Bett. Dann sagte ich zu Gerhard: "Es war Walter Kempowski, dessen Name mir untern vor Tür nicht eingefallen ist". Man bot mir an mit am Tisch Platz zu nehmen, und ich genoss dies mit einer gewissen Genugtuung und Dankbarkeit und war der Langeweile auf meinem Zimmer entronnen.
Gesprächsstoff hatten wir genug, und nun wollten meine Gastgeber auch einiges über mich in Erfahrung bringen. Da gab es ja nicht viel zu erzählen. Ich sprach über einiges, was ich beruflich gemacht habe, dass es nicht mehr lange dauert, bis ich in Rente gehe, und dass ich einen Blog im Internet habe. Das erweckte Interesse, und so erzählte ich kurz, womit sich mein Blog beschäftigt. Jens hatte ein Iphone oder so etwas ähnliches dabei, und so war es möglich, dass er mein Blog aufrufen konnte. So erklärte ich denn, dass ich eben in Heimen aufgewachsen bin, dass es in diesem Zusammenhang einen Runden Tisch Heimerziehung gegeben hat, und in dessen Folge 120 Millionen Euro als "Wiedergutmachung" bewilligt worden sind. Es gelang mir einiger maßen meine Emotionen zu diesem Thema unter Kontrolle zu halten. Später ergaben sich weitere interessante Gesprächsthemen von allgemeiner Art, wie etwa die Tagespolitik, Erfahrungen aus dem Leben an sich, Ansichten zu Verschwörungstheorien und natürlich zu Hautkrankheiten, und deren Behandlungsqualität, so wie u.U. Fehleinschätzungen von Ärzten.
Auch kam es vor, das sich zwei Gesprächsfäden ergaben, zum einen Gerhard und ich, zum anderen Jens und Enver.
Nebenbei bemerkte ich, dass ich mich in dieser Runde in einer Außenseiterposition befand; meine Gesprächspartner waren alle familiär eingebunden, sei es nun dass sie Besuch von ihrer Frau, ihren Kindern, Enkelkindern und sonstigen Verwandten bekamen. Ihnen war es erspart geblieben, allein und ohne Anhang durchs Leben zu gehen, oder in einem oder mehreren Heimen aufgewachsen zu sein, und diese Gesellschaft tat mir gut.
Zu vorgerückter Stunde kam die Nachtschwester aufs Zimmer und sagte zu mir: "Da sind Sie ja, Sie werden schon vermisst". Kein Wunder, dass mein Zimmernachbar "Hanno die Fressmaschine" mich vermisste, bei all der Hilfe, die ich ihm bisher angedeihen ließ. Ich konnte schon nicht mehr zählen, wie oft ich ihm hinten an seinem Nachthemd die Schleifen zugebunden habe, und wie ich oft ich ihm den Arm, mal links oder rechts in den Ärmel seines Bademantels gesteckt habe, oder anderweitig seinen Wünschen entgegenkam.
Jedenfalls hatte ich diesen Abend genossen, und ging bald darauf auf mein Zimmer. Zu meiner Freude und Unterhaltung gab es noch einen Boxkampf im Fernsehen. Der Herausforderer schlug Artur Abraham in der dritten Runde, der nur noch auf einem Auge sehen konnte, und der Arzt sah sich veranlasst, den Kampf abzubrechen.
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24.03.13 Wieder so ein schöner, klarer und kalter Wintertag. Das Pflegepersonal scheint an diesem Tag unterbesetzt zu sein. Alles verschiebt sich nach hinten, sei es nun die Essensausgabe, aber auch die Anwendungen. Ich bin dazu übergegangen, meine Verbände sowie das Eincremen selbst vorzunehmen, um das Personal ein klein wenig zu entlasten.
Mittlerweile habe ich in dem Roman "Der Campus" sieben Kapitel gelesen. Mehr wird es wohl nicht werden, denn es ist doch sehr unruhig auf meinem Zimmer. Dazu mehr in meinen handschriftlichen Aufzeichnungen, die ich während meines Aufenthaltes auf der Station K3 gemacht habe {...].
Am Nachmittag abermals einen ausgiebigen Spaziergang gemacht [...], und rechtzeitig zum Abendessen zurück gewesen. Die Abwesenheit von meinem Zimmer tat mir recht gut.
Der Abend verlief fast wie bei mir zu Hause gewöhnt. Um 20.15 Uhr der "Tatort" auf ARD, anschließend die Talkrunde mit Günter Jauch. Der Zweite Weltkrieg wurde thematisiert. Was erzählen die Kriegsteilnehmer ihren Kindern und Enkelkindern, und was verschweigen sie, wurde in der Sendung nachgefragt.
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25.03.13  Es ist gut möglich, dass ich morgen entlassen werde, so der Tenor bei der heutigen Visite. 
Der "apathische Patient" von meinem Zimmer wurde vormittags entlassen, zuvor neu eingekleidet. Ich glaube, dass er obdachlos ist. Zu meiner Verwunderung verabschiedete er sich von mir mit Handschlag.{...].
Nachmittags wurde sein Bett neu belegt, und es ergab sich ein interessantes Gespräch mit dem Neuen. {...].
Zwistigkeiten mit "Hanno der Fressmaschine", und ich war gereizt. Ständig fordert er irgendetwas von mir, und kleidet es in Form einer Bitte. {...].
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26.03.13 Nach der Visite stand meine Entlassung an, und alles musste sehr schnell gehen, da der Bettenmacher schon vor der Tür stand. Mir kam es vor wie ein Rauswurf. {...]. Etwas später erhielt ich den Arztbrief für meine Hautärztin, wo eine Empfehlung ausgesprochen war, dass ich mich tags darauf im Haus C3 der Asklepios-Klinik St. Georg bei Prof. Lüdtke melden möge, um eine Weiterbehandlung zu erörtern. 
Zuvor war noch Zeit gewesen, ein Foto von mir und "Hanno" zu machen. Am frühen Nachmittag war ich wieder zu Hause. Der neue Zimmernachbar schickte mir per mail die gemachten Fotos, und teilte mir ferner mit, dass ich einen neuen Joggeranzug auf meinem Zimmer vergessen hatte. Dafür war ich ihm dankbar, denn ich hatte es bis dahin noch nicht einmal bemerkt.
Viele gute Vorsätze hatte ich mir vorgenommen, doch schnell holte mich der Alltag wieder ein. Ebenfalls am Nachmittag ein Anruf aus Süderstapel von Herrn Str., der sich über meinen Krankenhausaufenthalt erkundigte.Ich wünschte ihm und seiner Frau am Ende des Gespräches Frohe Ostern. 
Ferner hatte ich unangenehme Post erhalten. Eine Nachzahlung von ca. 370 Euro verlangte mein Heizkostenanbieter für die abgelaufene Periode.
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27.03.13 Gegen neun Uhr verließ ich meine Wohnung und fuhr mit dem Bus zur Poststelle in Bramfeld. Dort machte ich mir eine Kopie des Arztbriefes, besorgte an anderer Stelle eine Osterkarte für meine Schwester Sylvia, und suchte anschließend meine Hautärztin auf, um eine Überweisung zur Weiterbehandlung in der Asklepios-Klinik St. Georg zu bekommen, was sich problemlos bewerkstelligen ließ.
Am Nachmittag fuhr ich wieder zur Klinik, unterschrieb einen mehrseitigen Behandlungsvertrag ohne alles genau durchzulesen, und wartete dann, bis ich Zutritt in den Behandlungsraum von Prof. Lüdtke bekam. Sehr gesprächig war er nicht, eher dachte ich an einen kauzigen Prof. der möglichst rasch einen OP-Termin festzurren wollte.Es sollten mir einige Lymphknoten entfernt werden, um einen Krebsverdacht zu erhärten, bzw. zu entkräften. Meine Nachfrage, ob so etwas nicht anderweitig festzustellen sei, wurde aus meiner Sicht nicht hinreichend beantwortet. Denn sollte ich wirklich Krebs haben, bestünde bei der Entnahme lediglich einer Gewebeprobe, die Gefahr der Streuung. Als Laie blieb mir natürlich nichts anderes übrig, als mich mit dieser Erklärung zufrieden zu geben. So kamen wir denn darin überein, dass ich mich am 08.04.13 auf der Station C3 einfinde, und am 09.04.13 operiert werde. Allerdings wäre es unumgänglich, mir eine neue Einweisung zu besorgen, und zwar nicht von meiner Hautärztin, sondern von meiner Hausärztin, so Prof. Lüdtke.
Anschließend ging ich auf mein altes Krankenzimmer im Haus K3 holte meinen Joggeranzug ab, und bat darum, auf dem Zimmer die Osterkarte an meine Schwester zu schreiben, weil sich gleich neben dem Haus ein Briefkasten befindet. Niemand hatte etwas dagegen. {...].
Plötzlich kamen Erinnerungen hoch, und ich musste mit meinen Gefühlen kämpfen. Dieser Zustand hielt bis in die späten Abendstunden an.
Der Tag war anstrengend, denn ich war bis abends 18.00 Uhr auf den Beinen gewesen, und dies bei extrem kalten und windigen Wetter. Entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten, war ich kurz nach 21.00 Uhr so müde, dass ich bei laufendem Fernseher und Zimmerbeleuchtung in einen mehrstündigen Tiefschlaf verfiel.
Ende
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04.04.13 An diesem Tag, ein Donnerstag, suchte ich meine Hausärztin auf, und erklärte ihr, warum ich eine zweite Überweisung in die Klinik brauchte. Bereitwillig kam Sie meiner Bitte nach. Von meiner Einstellung her, wollte ich mich eigentlich nicht operieren lassen, andererseits wollte ich jedoch wissen, ob ich nun Krebs an den besagten Lymphknoten habe oder nicht.
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07.04.13 "Katharina erzählt aus ihrem Leben". Unter diesem Titel habe ich einen neuen Post in mein Blog aufgenommen. Vorausgegangen war eine Erzählung, die mir "Katharina" zur Verfügung stellte. Nach reichlicher Überarbeitung und einem längeren Telefongespräch mit "Katharina", entschloss ich mich, ihre Geschichte zu veröffentlichen. Sie will mir noch ein paar Fotos aus ihrer Kindheit zur Verfügung stellen, um den Wert ihrer Geschichte anschaulicher darzustellen.

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Mein zweiter Aufenthalt in der Asklepios-Klinik St. Georg


08.04.13 Zeitig um 5.00 Uhr morgens aufgestanden, und in der Nacht zuvor kaum geschlafen. Ein neuer Krankenhausaufenthalt in der Asklepios-KIinik St. Georg stand auf dem "Dienstplan".  Ich hegte die Hoffnung, dass der Termin evtl. verschoben wird, da mein rechtes Bein wieder ziemlich lädiert aussah, und leicht angeschwollen war. Meine Bedenken wurden jedoch von Seiten des Aufnahmearztes nicht geteilt.
Kurz vor acht Uhr verließ ich meine Wohnung und fand mich kurz vor neun Uhr im Haus C3 ein. Nach einigen Formalitäten bat man mich im Besucher- und zugleich Wartezimmer Platz zu nehmen. Es folgten einige Anschlussuntersuchungen, welche sich alles in allem bis in den frühen Nachmittag hinzogen. In diesem Zusammenhang musste ich auf das Mittagessen verzichten. 
So gab es eine gründliche Eingangsuntersuchung vom diensttuenden Arzt mit vielen gestellten Fragen, desweiteren wurde mir Blut entnommen, ein EKG erstellt, und eine nochmalige Ultraschalluntersuchung in der rechten Leistengegend, wobei dieser Bereich für die anstehende Operation markiert wurde. Nach all diesen Verrichtungen zeigte man mir mein Zimmer.
Ich teilte es mit einem Patienten, der sich schon seit etwa einem halben Jahr in der Klinik aufhält, durchweg bettlägerig ist - mit dem ich ferner nicht tauschen möchte. Seinen Zustand empfand ich als besorgniserregend, ein ganz schwieriger und komplexer Fall. {...].
Am Nachmittag schaute Prof. Lüdtke vorbei, und ich ließ mir versichern, dass es sich um eine Routineoperation handelt, sodann eine weitere Untersuchung an meinem Körper vom Aufnahmearzt, teilweise sehr unangenehm [...]. Eine Abwechselung war das Abendbrot und ich hatte einen guten Appetit.
Des Abends teilte man mir den OP-Termin für den kommenden Morgen um acht Uhr mit, und ich wurde von einer Schwester im Genitialbereich rasiert, was ich als etwas unangenehm empfand.
Nach dem Genuss der Fernsehsendung "Wer wird Millionär", ein Blinder hatte immerhin die Summe von 64.000 € gewonnen, suchte ich noch den Raucherpavillion auf. Es fanden die üblichen, mittlerweile mir schon bekannten Gespräche über Krankheiten und das Personal der Einrichtung statt. Man darf eben nicht alles auf die Goldwaage legen, und manchmal ist es besser zu schweigen, oder sich diplomatisch zu verhalten, um unnötige Konflikte nicht aufkommen zu lassen.
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09.04.13 Ganz früh weckte mich die Nachtbereitschaft. Ich zog mich noch einmal an, und suchte den Raucherpavillion auf, wo ich bereits Gesellschaft fand. Dort wünschte man mir alles Gute für die Operation. Um 7.15 Uhr wurde ich von einem Pfleger mit meinem Bett abgeholt. Eine endlose Fahrerei durch das mehrstöckige Haus C begann.  Lange Gänge und Flure sah ich, und hätte längst die Orientierung verloren, - Handwerker waren mit dem Aus- und Umbau im Haus beschäftigt - bis ich in einem Vorzimmer des OP- Bereiches ankam, wo dann Vorbereitungen zu meiner OP getroffen wurden. Ein Praktikant der Feuerwehr verkabelte im Rahmen seiner Ausbildung meine Brust, damit ich an ein EKG angeschlossen werden konnte.Später kam noch ein Anästhesist dazu, und stellte mir ein paar Routinefragen.  Danach bekam ich eine Spritze in den linken Arm, die mich alsbald schläfrig machte. Ich murmelte noch: "sie wirkt", und dann bekam ich nichts mehr mit, von dem halben Dutzend Menschen in weißen Kitteln, die um mich versammelt waren.
Aufgewacht bin ich erst,als man mich aus dem OP-Saal hinaus fuhr, und in einen größeren Beobachtungsraum brachte. Ab und an kamen weitere frisch operierte Patienten hinzu. Auf einmal bekam ich bei trockenen Mund das Verlangen, ein schönes Weizenbier zu trinken. Ein Wunsch, der sich freilich nicht umsetzen ließ.
Bald darauf wurde ich wieder auf mein Zimmer verbracht, und wartete sehnsüchtig auf das Mittagessen. Wie schon am Vortag, wurde ich abermals enttäuscht, weil mir ein paar Stunden nach der OP kein Mittagessen zustand. Da machte ich aus meiner Wut und meinem Ärger keinen Hehl. "Wenn ihr mir jetzt das Mittagessen verweigert, verzichte ich auch auf das Abendessen", sagte ich zu der Pflegerin. Daran habe ich mich dann auch gehalten. Alles in allem habe ich jedoch den nicht ganz freiwilligen Fastentag gut überstanden.
Der Abend hatte dann noch etwas Versöhnliches. Mein Lieblingsfussballverein, der BVB, gewann sozusagen in letzter Minute das Spiel gegen Malaga, und ist damit ins Halbfinale der Champions League gekommen. 
Vor Mitternacht unternahm ich den ersten erfolgreichen Aufstehversuch um die Toilette aufzusuchen. Jeweils in der rechten und linken Hand hatte ich noch Kanülen von der OP sitzen, im rechten Leistenbereich war eine Trenage mit gut 400 ml Fassungsvermögen gelegt. Rund vier Lymphknoten hatte man mir entfernt.
Die Nacht eher unruhig verbracht, da ich sozusagen den ganzen Tag dösend im Bett gelegen hatte.
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10.04.13 Gegen 6.00 Uhr war ich wieder auf den Beinen, und zog mich mehr schlecht als recht an, da ich sozusagen noch verkabelt war. Ich besorgte mir einen Becher mit Kaffee und ging dann hinunter in den Raucherpavillion, der sich schräg gegenüber von Haus C befindet. Nachdem ich zuvor allein dort stand, leistete mir alsbald ein Patient aus der Gegend Lüchow-Dannenberg Gesellschaft. Alle Gespräche kreisen hauptsächlich um Krankheitsgeschichten, und um des Service des Krankenhauses. [...].
Als ich wieder mein Zimmer betrat, hatte die Visite schon begonnen, und ich entschuldigte mich für mein verspätetes Eintreffen. Wohl ein Dutzend Menschen oder auch mehr standen halb im Zimmer und halb auf dem Flur. Vorne weg Chefarzt PD (Privatdozent) Dr. med. M. Kapischke, gefolgt vom Oberarzt, Stationsärzten, Assistänzärzten, Pflegern und einigen StudentenInnen. Sie begutachteten meinen Zimmernachbarn, der schon ein halbes Jahr im Krankenhaus war, und ein sehr schweres Krankheitsbild hatte, in dessen Folge die Plegekräfte nehrmals täglich ihn versorgen mussten. Bei mir gab es nicht viel zu begutachten. Ich zeigte lediglich meinen Verband, der mir tags zuvor bei meiner OP angelegt worden war. {...].
Nach dem Frühstück in einem großen zentralen Durchgangsraum Platz genommen. Er verbindet die beiden Flügel der Station C3, beherbergt das Treppenhaus und einige Fahrstühle, und darüber hinaus gibt es einen überdachten Durchgang zu anderen Fachabteilungen. Zuvor hatte ich mir Schreibpapier bei einer Stationsschwester besorgt, und begann nun mit Tgb.-Aufzeichnungen. Ein mir sympathischer älterer Patient setzte sich zu mir, und wir kamen ins Gespräch, weil er glaubte, dass ich einen Brief schreiben wollte. [...].
Zufällig kam eine gepflegte Dame, schon im Ruhestand, von den "Grünen Damen und Herren" vorbei, die ehrenamtlich für diese Initiative tätig ist, und bot mir auf meinen Wunsch ihre Hilfe an. Ich erklärte ihr kurz meine Lebenssituation, kam auch auf den Fonds Heimerziehung zu sprechen, und dessen Hilfsangebot, und bat Sie anschließend, mit einer Bekleidungshilfe zu unterstützen. Während des Mittagsessens betrat Sie mein Zimmer und überreichte mir eine  große Tüte, mit allem, was ich mir gewünscht hatte. Dankbar und freudig nahm ich diese Spende entgegen. Der auffällige Name der Frau und ihre Hilfsbereitschaft sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt. Die Dame heißt Frau Gebensleben. [...].
Nach dem Mittagessen suchte ich den Raucherpavillion auf, wo es zu den üblichen Gesprächen kam, anschließend ging ich in die dem Haus C gegenüberliegende Cafeteriea, wo gut für 150 Personen Platz ist, und die schwerpunktmäßig auf Essensausgabe eingestellt ist. Ziemlich leer war es dort am Nachmittag, und ich gönnte mir einen Becher Kaffee. Danach ging ich die große lange Mittelstraße auf dem Klinikgelände einmal auf und ab und wieder zurück zum Rauchertreff. [...].
Beim Abendessen verlor ich unten links im Kiefer eine Zahnbrücke, was aber mit keinerlei Schmerzen verbunden war. Schnell fand ich mich mit diesem Umstand ab. 
Am Abend sah ich das Fussballspiel Juventus Turin gegen Bayern München. Eigentlich wünschte ich mir einen Sieg der Italiener, um den lästigen Konkurrenten Bayern München in den nachfolgenden Spielen loszuwerden. Doch es kam anders. Die Bayern gewannen das Spiel souverän und verdient mit 0 : 2. Bei gedämpften Licht und laufendem Fernseher schlief ich anschließend ein.
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11.04.13 Wie schon gestern, so ist auch heute ein regnerischer Tag, aber es ist etwas milder geworden. Relativ gut die letzte Nacht verbracht, nur beim Einschlafen bekam ich Agressionen, und wurde dadurch wach. Woher kommt dies eigentlich, befragte ich mich selbst, ohne jedoch eine richtige Antwort zu finden. Nach der Morgentoilette in Erwartung der Visite, nur kurz zum Rauchen mein Zimmer verlassen, und mich dann wieder ins Bett gelegt. 
Wohl eine Stunde später kam die junge Frau Dr. Stieglitz in mein Zimmer und sagte: "Herr Zielke, bei Ihnen ist alles bestens gelaufen und Sie werden morgen entlassen". Anschließend zog ich mich wieder an, und nahm zur Kenntnis, dass sowohl heute als auch morgen, weitere Patienten entlassen werden. Später konnte ich auf Nachfrage bei einem Pfleger in Erfahrung bringen, dass das Untersuchungsergebnis meiner Gewebeprobe mit Verdacht auf Krebs noch nicht vorliegt. Dies dauert in der Regel eine Woche. [...].
Vormittags nahm ich abermals im großen Durchgangsraum Platz, und es ergaben sich teilweise nette Gespräche mit anderen Patienten. Im besonderen ist mir ein Gespräch mit einem jungen Mann von schätzungsweise 35 Jahren in Erinnerung geblieben, dem aus einer Axelhöhle ein Lymphknoten entfernt worden war, wobei Krebs festgestellt wurde. Nach Schilderungen aus seinem Leben war er eine Zeitlang als Skipper tätig und überführte Jachten aus den Vereingten Staaten von Amerika nach Europa. Dieser Job war in mehrerer Hinsicht nicht ganz ungefährlich, aber ich will dies hier nicht weiter erörtern. [...]. Gemeinsam nahmen wir  das Mittagessen im Durchgangsraum ein, wo er auf seine Entlassungspapiere wartete. Wir wünschten uns gegenseitig alles gute, und dann begab ich mich auf mein Zimmer.
Meinem Zimmernachbarn ging es angesichts seines Krankheitszustandes nicht gut. Ein Pfleger kümmerte sich gerade um ihn, und eher ganz plötzlich bekam er einen Weinkrampf, und wollte einfach nicht mehr seine Krankheit ertragen. Mich ließ dieser Umstand nicht kalt, und auch bei mir flossen ein paar Tränen. Ich ging an sein Bett, hielt ihm die Hand, streichelte seinen Arm, und sprach tröstende Worte zu ihm. Danach kam mir die Idee, ihm einen Strauß Blumen zu besorgen, und ihn ihm sozusagen als Abschiedsgeschenk zu überreichen, da ich ja tags darauf entlassen werden sollte. Mein Plan verfehlte seine Wirkung nicht, und für uns alle Beteiligten war es beruhigend, und es hat meinem Zimmernachbarn gut getan, dass er sich mal richtig ausgeweint hatte. Bleibt noch festzuhalten, dass er so gut wie nie Besuch bekommt. 
Im weiteren Tagesverlauf noch ein wenig spazieren gegangen, und neu angekommene Patienten kennengelernt.
Es ist ein ständiges Kommen und Gehen in diesem Krankenhaus, was man mit einem Großbetrieb vergleichen kann. Unaufhörlich kommen Patienten, - es herrscht ein reger Taxi- und Krankenwagenbetrieb - gleichzeitig läuft die schon länger existierende Großbaustelle unmittelbar im Eingangsbereich von Haus C weiter.
Am frühen Abend wurde die Drainage aus meiner Leistengegend entfernt und die Wunde wurde verplastert.
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12.04.13 Heute ist mein Entlassungstag. Ich hatte eine unruhige Nacht, fühlte mich leicht depressiv, und warte nunmehr auf das Frühstück, danach hieß es die wenigen Sachen zusammenzupacken. Blutdruck und Temperatur waren ok, meine OP-Narbe befindet sich in einem guten Heilungsprozess und ich habe keine Schmerzen. Das Wetter ist mäßig und trüb.
Wieder saß ich im Durchgangsraum, und dort wurden mir nach einiger Zeit die Entlassungspapiere überreicht, und mir alles Gute gewünscht. Von meinem Zimmernachbarn konnte ich mich nicht verabschieden, da ich ihn nicht antraf, weil zu Untersuchungen auf eine andere Abteilung verbracht worden war. Ich schaute mir noch einmal den für ihn besorgten Blumenstrauß an, und wünschte ihm insgeheim, dass er daran möglichst lange Freude habe.

Ende
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Mein dritter Aufenthalt in der Asklepios-Klinik St. Georg


29.04.13 Dieser Montag nahm einen völlig unerwarteten Verlauf, und gegen Abend war ich wieder  Patient in der Asklepius-Klinik in St. Georg.
Lange Zeit hatte ich es hinaus geschoben, meine Hausärztin aufzusuchen, um mir die Fäden aus der  OP-Narbe ziehen zu lassen. Nun wollte ich dies am kommenden Dienstag nachholen. Am heutigen Tag fuhr ich zu meinem Lungenarzt, um einen Lungenfunktionstest zu machen, und um meine Medikamente zu erhalten. Nach dem Test wurde ich angehalten, in die Arztsprechstunde zu gehen. Bei dem Gespräch kam ich auf meinen letzten  Aufendthalt im Krankenhaus zu sprechen, und klagte über Schmerzen im rechten Bein. Die diensttuende Ärztin fand meinen Zustand so bedrohlich, dass sie mir umgehend eine Überweisung in das Krankenhaus St. Georg ausstellte. Es bestand der Verdacht auf Thrombose und Erysipel. "Dort bleiben sie dann drei Tage, und dann können sie wieder nach Hause" :sagte Sie zu mir. Sie wollte mir einen Krankenwagen oder ein Taxi bestellen, aber ich zog es vor, die U-Bahn zu nehmen. Auch versuchte sie mich etwas aufzumuntern, weil ich wohl einen niedergeschlagenen Eindruck auf sie machte.
Gegen 19.00 Uhr betrat ich die Aufnahmeeinrichtung des Krankenhauses. Es begann eine unendliche Wartezeit, unterbrochen von einzelnen Maßnahmen, wie etwa das Ziehen der Fäden aus meiner Narbe, bis ich endlich schon nach Mitternacht auf der Station C6 vorüber gehend untergebracht wurde.
Mein dortiger Zimmernachbar, hieß Harald, und hatte sich das Becken verletzt. Wir verstanden uns auf Anhieb recht gut, und hatten uns viel zu erzählen [...].
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30.04.13 Vormittags wurde ich auf die Station C3 verbracht. Dort traf ich einige mir schon bekannte Patienten, und natürlich auf das mir vertraute Personal. Meinem dortiger Zimmernachbar, ein älterer Herr mit dem Vornamen Adolf sollte der Magen komplett entfernt werden. Dessen Vater war der Geburtsjahrgang von Adolf Hitler, vielleicht daher die Namensgebung, dachte ich mir. Auch mit Adolf, der gebürtig aus Berlin stammte, ergaben sich jede Menge Gespräche mit beiderseitigen autobiografischen Hintergrund [...].
Meine gesundheitlichen Beschwerden empfand ich schon als besorgniserregend. Von der OP-Narbe in der Lestengegend, bis hin zum Knie, zog sich ein Schmerz, der es mir nicht erlaubte ordentlich zu gehen, sondern ich zog das betroffene Bein nach. Im weiteren Verlauf begann die Narbe zu eitern, und eine Schwester versorgte mich, und drückte die Wundflüssigkeit aus meinem Körper. Desweiteren gewöhnte ich mich schnell wieder an dem Alltag im Krankenhaus mit den Mahlzeiten, der Visite, den täglichen Anwendungen, und den Gesprächen mit anderen Patienten.
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01.05. - 05.05.13 Alle Tage waren mehr oder weniger vom gleichen Rhythmus geprägt, aber langsam setzte sich der Frühling durch, was ich durchaus positiv zur Kenntnis nahm. Eine willkommene Abwechselung war für mich die Tätigkeit auf der Baustelle vor Haus C, welche ich sowohl vom Fenster aus, als auch aus unmittelbarer Nähe verfolgte. So fand u.a. ein Erdaushub statt, um einen Betondeckel freizulegen. Darunter befand sich der Heizungsraum des Krankenhauses. Anschließend wurde die freigelegte Betonplatte provisorisch gegen eindringendes Regenwasser geschützt. Der alte Heizkessel nebst Steuergeräten sollte durch einen Neuen ersetzt werden.
Zu meiner Überraschung sah ich am 1. Mai beim Blick aus dem Fenster meinen ehemaligen Zimmernachbarn "Hanno", mit dem ich auf der Station K3 gelegen hatte. Er war wieder als Patient im Krankenhaus, trug seinen obligatorischen schwarzen Bademantel mit hellen Streifen, und hielt sich beim gehen an seinem Rollator fest.
Am Sonntag den 05.05.13 hatte ich frei bekommen, um mich in meine Wohnung zu begeben. Vorrangig nahm ich etwas Wäsche mit, schaute in meinen Briefkasten, und begoss die wenigen Pflanzen, die sich in meiner Wohnung befinden. Gegen 20.00 Uhr war ich wieder zurück auf der Station C3. Erwähnen möchte ich noch eine Schwester, die ich von meinem zweiten Krankenhausaufenthalt kannte. Sie stammt aus dem Bundesland Brandenburg, und ich fand sie ganz besonders sympathisch. 
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06.05. - 08.05.13 Auch die letzten Tage ähnelten sich den voraus gegangenen. Auf der Baustelle vor dem Haus C hatte man den Betondeckel vom Heizungsraum mit Hilfe eines Kranwagens abgenommen, den alten Heizkessel herausgeholt, und gleich im Anschluss den neuen Kessel hinab gelassen. Unterdessen hatte es angefangen zu regnen, wodurch die Arbeiten allerdings nicht wesentlich beeinträchtigt wurden. Danach wurde wieder alles provisorisch abgedeckt.
Am 07.05, erfuhr ich, dass ich tags darauf entlassen werden sollte. Mir war es recht, denn eine abermalige Öffnung meiner OP-Narbe, um sie von innen her zu desinfizieren, fand eh nicht meine Begeisterung.
Der Entlassungstag, und gleichzeitig der Geburtstag meines Bruders Peter, (er wäre 63 Jahre alt geworden) brachte noch eine unangenehme Überraschung für meinen Zimmernachbarn Adolf. Die für den Tag bei ihm stattfindende OP (Entfernung seines Magens) wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, und er wurde beurlaubt, bis man sich wieder bei ihm melden würde. Maßlos enttäuscht und mit Wut im Bauch packte er seine Sachen, und ich trug ihm seine Tasche zum schon bestellten Taxi hinunter.
Nun muss man wissen, dass ein Schwerpunkt des St. Georg Krankenhauses Hamburg die Unfallchirurgie ist. In der Folge kann es bei Großveranstaltungen in Hamburg, wie etwa dem Hafengeburtstag zu Engpässen bei der Bettenvergabe auf der Intensivstation kommen, und man hält sich hierfür ein gewisses Kontingent frei, um es mal mit meinen Worten auszudrücken. Das ist also der Grund, warum die Operation von Adolf verschoben wurde, der immerhin zehn Tage im Krankenhaus gelegen hatte.Das Problem ist dem Krankenhaus und den Ärzten bekannt, und man sucht nach einer Lösung, so PD Dr. med. M. Kapischke, der Chefarzt von Haus C3.
Bald, nachdem Adolf entlassen worden war, bekam ich meine Entlassungspapiere, und man legte mir nahe, dass ich noch am gleichen Tag, bzw. am Freitag meine Hausärztin aufsuchen solle. Gegen 12.00 Uhr war ich wieder zu hause in meiner Wohnung, und alles in allem hatte mir der Krankenhausaufenthalt gut getan.
Das Leben im Krankenhaus und bei mir daheim sind zwei verschiedene Welten, und dies in vielerlei Hinsicht. Ein Aspekt ist der, dass ich immer viele Menschen um mich hatte, und viel kommunizieren konnte. Zuhause ist es dagegen genau umgekehrt, verbunden mit vielen Unannehmlichkeiten.

Zusammenfassung meiner drei Krankenhausaufenthalte am 12.05.13

Mittlerweile ist mir bekannt, dass man meine Krankheit mit dem Namen Erysipel bezeichnet. Es handelt sich grob gesagt um eine bakterielle Entzündung, die mit zunehmenden Alter häufiger vorkommt, und das Lymphsystem angreifen kann, oder bzw. schädigt.

Der Verdacht auf Krebs hat sich nicht verhärtet, und als Laie frage ich mich, ob eine derartige Operation notwendig war. Fakt ist, dass ich jetzt ein paar Lymphknoten weniger habe, und mir immer noch das Krankheitsbild Erysipel zu schaffen macht.
Kürzlich sagte der Bundesgesundheitsminister  Bahr von der FDP: "In Deutschland wird zu viel operiert, im Vergleich zu anderen Ländern". Vielleicht ist auch meine OP unter diesem Gesichtspunkt zu verorten.
Ende
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Beste Grüße
Manfred Zielke

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

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auch von mir vielen Dank für den Kommentar. In der letzten Zeit habe ich wenig geschrieben, aber es gilt noch dass eine oder anderer zu berichten. Noch ist nichts fertig, alles ist mehr oder weniger, wie eine öffentliche Werkstattsarbeit, wo ständig etwas hinzukommt, und wo sich aber auch des öfteren einiges verändert.

Herzliche Grüße
Manfred

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